Protokoll
über die Mitgliederversammlung der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde e. V. am 24.06.2009 in Saarbrücken
Die Einladung zur Mitgliederversammlung war satzungsgemäß erfolgt. Sie war bis
25.05.2009 versandt worden. Änderungen und Ergänzungen aus dem Kreis der Mitglieder zur Tagesordnung lagen nicht vor.
Die Mitgliederversammlung fand im Rahmen des DGM-Tages am 24.06.2009 in der Universitätsaula in Saarbrücken statt.
Sie wurde um 13:45 Uhr durch den Vorsitzenden der Gesellschaft, Prof. Wolfgang Kaysser, eröffnet. Zu Beginn der Versammlung wurden 50 Mitglieder namentlich registriert. Bei aktuell insgesamt 2382 Mitgliedern (2210 Persönliche Mitglieder und
172 Firmenmitglieder) war die Versammlung nicht beschlussfähig und wurde sofort wieder geschlossen. Unter Hinweis auf § 5 Ziff. 3 der Satzung eröffnete Prof. Kaysser die Versammlung um 14:00 Uhr erneut und stellte nunmehr die Beschlussfähigkeit
fest.
1. Wahlen zum Vorstand
Als Mitglieder des Vorstandes wählte die Versammlung für die Amtszeit 2010/2011 bei 50 abgegebenen Stimmen:
Prof. Dr. Michael Hoffmann (48 Stimmen), Universität Karlsruhe
Prof. Dr. Jürgen
Hirsch (48 Stimmen), Hydro-Aluminium Bonn
Ferner wurden für die zweite Amtszeit wiedergewählt:
Prof. Dr. Hans-Jürgen Christ (48 Stimmen), Universität Siegen
Dr. Ulrich Hartmann (47 Stimmen), Firma Wieland, Ulm
2. Geschäfts-
und Tätigkeitsbericht
zum Berichtsjahr 2008
In seinem Geschäfts- und Tätigkeitsbericht berichtete der ehemalige, für das Berichtsjahr 2008 verantwortliche, Geschäftsführer, Dr. Schepp, dass sich die Zahl der persönlichen Mitglieder mit 2210
im Berichtsjahr per Saldo der Aus- und Eintritte um 7 reduziert habe. Die Zahl der institutionellen Mitglieder stieg dagegen geringfügig (+ 4) auf 172.
Der Veranstaltungsbereich übertraf mit 3323 Teilnehmern das Vorjahr um fast 300. Größten
Anteil daran hatte die MSE mit rund 1000 Teilnehmern. Die kleineren Tagungen erfüllten bzw. übertrafen die langjährigen Erfahrungswerte. Die Buchprüfung für das Geschäftsjahr 2008 erfolgte am 22.04.2009 durch die gewählten
Buchprüfer (Herr W. Kainz, Hanau, und als Vertreter der Mitglieder Herrn Dr. H. Weber, Hanau) und ergab keine Beanstandung (Anlage A). Bei einem gegenüber dem Vorjahr leicht niedrigeren Jahresumsatz von 2114 kEUR konnten 113 kEUR den Rücklagen
zugeführt werden (Anlage B). Dieser Überschuss ist in erster Linie auf das gute Ergebnis bei den Veranstaltungen zurückzuführen. Auch die erhöhten Personalkosten betreffen hauptsächlich Überstunden und studentische
Hilfskräfte, die zusätzlich durch die Organisation der Tagungen bedingt waren. Der hohe Umsatz der Veranstaltungen beinhaltet die Fortbildungsveranstaltungen die bei überdurchschnittlicher Auslastung einen guten Teil des Deckungsbeitrages
erzielen konnten. Die übrigen Einnahmen verhalten sich budgetkonform. Der Überschuss von 113 kEUR erhöht die Rücklagen der DGM auf 729 kEUR (Anlage C). Das Budget des laufenden Geschäftsjahres 2009 (Anlage D) zielt aufgrund
der vergleichsweise geringen Tagungsaktivitäten mit 1470 kEUR auf einen geringeren Umsatz als im Vorjahr. Die Entwicklung der Tagungen sowie der Anmeldestand der Fortbildungen lassen nach Ende der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2009
erkennen, dass die Budgeterwartungen mit großer Wahrscheinlichkeit erfüllt werden.
Die Mitgliederversammlung folgte einstimmig dem Antrag auf Entlastung des Vorstandes und des Geschäftsführers.
3. Bericht zu den Zeitschriften
Prof.
Rühle, zuständig für das Zeitschriftenwesen im Vorstand, gab einen Bericht zur Entwicklung der Zeitschriften "International Journal of Materials Research", "Advanced Engineering Materials" und "Praktische
Metallographie". Dabei ging er auf die Auflage, die publizierten Seiten und die Zitierhäufigkeit ein.
4. Bericht der DGM Geschäftsstelle
Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der DGM, Dr. Fischer, bat die DGM Mitglieder um
ein Feedback zum neuen Konzept des DGM-Tages 2009. Er betonte, dass wie 2009 auch in Zukunft mehr Rücksicht auf die Wünsche und Bedürfnisse der Mitglieder bei der Gestaltung von DGM Veranstaltungen genommen werden solle. Hierzu sei
eine aktivere Beteiligung der Mitglieder notwendig. Im Anschluss stellte Herr Fischer die neue Struktur der DGM Geschäftsstelle vor mit den Geschäftsfeldern:
- Mitgliederbetreuung und Öffentlichkeitsarbeit
- Fachausschüsse und Technologietransfer
- Fortbildungen und Nachwuchsförderung
- Beratung von Wissenschaft und Wirtschaft
- Tagungs- und Veranstaltungsorganisation
- Nationale und Internationale Netzwerkpflege
Zum Thema DGM-Öffentlichkeitsarbeit stellte Herr Fischer den neuen DGM
Newsletter vor, der monatlich an über 12.000 Email-Adressaten verschickt würde. Des Weiteren sei ein "Werkstoff-Wikipedia" in Vorbereitung, in dem primär die DGM-Fachausschüsse und DGM-Arbeitskreise inhaltlich erfasst
würden, um diese in der Außendarstellung einheitlich präsentieren zu können. Das Projekt "Werkstoff-Wikipedia" wird gemeinsam mit Frau Prof Weissenberger-Eibl vom Lehrstuhl für Innovations- und TechnologieManagement
der Universität Kassel bearbeitet. Anschließend ging Herr Fischer auf die Ziele der vom BMBF finanzierten Wanderausstellung "Forschungsexpedition im Land der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik" ein. Die Wanderausstellung
solle dazu beitragen, den Stellenwert des Fachgebietes einer breiten Öffentlichkeit zu veranschaulichen und so junge Menschen für ein Studium bzw. einen Beruf rund um das Fachgebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik zu begeistern.
Herr Fischer schließt den Bericht der Geschäftstelle mit einem kurzen Ausblick auf das Jahr 2010. In 2010 sei die 2. Breitbandtagung (MSE2010) in Darmstadt geplant. Bei der MSE2010 werde sich die Geschäftsstelle bemühen, die Teilnehmergebühren
für den Nachwuchs so gering wie möglich zu gestalten, um diesem die Möglichkeit zu geben, sich selbst und seine wissenschaftlichen Arbeiten einer breiten internationalen Öffentlichkeit vorzustellen. In den ungeraden Jahren (also
ab 2011) wolle man dann den DGM-Tag nach dem Vorbild der damaligen DGM-Hauptversammlung gestalten und so die nationale Vernetzung innerhalb des Fachgebietes der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik fördern.
5. Satzungsänderung zur Einführung
der DGM-Basismitgliedschaft
Das Geschäftsführende Vorstandsmitglied der DGM, Dr. Fischer, erläutert den Mitgliedern die Hintergründe zur Einführung der Basismitgliedschaft. Der Anteil der unter 40-jährigen DGM Mitglieder
sei deutlich geringer, als der Anteil der 41 bis 60-jährigen. Das Durchschnittsalter über alle DGM Mitglieder betrage derzeit 54 Jahre. Ziel der Basismitgliedschaft sei es, die Hemmschwelle zum Beitritt in die DGM gerade für junge Menschen
zu verringern und uns als DGM die Möglichkeit zu geben, den Nachwuchs vom Nutzen einer DGM-Mitgliedschaft zu überzeugen. Die Basismitgliedschaft wird durch die Teilnahme an einer der dafür ausgewiesenen DGM-Veranstaltungen automatisch
erworben. Der Mitgliedsbeitrag für ein Jahr ist dabei Bestandteil der Teilnahmegebühr. Welche Veranstaltung zur Basismitgliedschaft führt, entscheidet immer der Vorstand von Fall zu Fall. Basismitglieder besäßen kein Stimmrecht
und könnten nicht in alle Vereinsämter gewählt werden (z.B. in den Vorstand). Die Basismitgliedschaft laufe immer für ein Jahr und könne entweder freiwillig durch Bezahlung des Mitgliedsbeitrags für Basismitglieder oder
durch einen erneuten Besuch einer dafür ausgewiesenen DGM Veranstaltung verlängert werden. Die Höhe des Förderbeitrages solle bei ca. 60% des regulären Mitgliedsbeitrages liegen. Natürlich könne ein Basismitglied
auch jederzeit die Vollmitgliedschaft beantragen und so alle Vorzüge der DGM in Anspruch nehmen. Nach kurzer Diskussion wird die Satzungsänderung über die Einführung der Basismitgliedschaft bei einer Gegenstimme angenommen. In der
Diskussion wurde von Mitgliedern darauf hingewiesen, dass der Vorstand die DGM-Veranstaltungen in der Regel als für die Basismitgliedschaft ausgewiesen bewerten sollte.
6. Wahl der Buchprüfer
Die Mitgliederversammlung bestätigte einstimmig
den Vorschlag des Vorstandes, für die Prüfung der Rechnungslegung 2009 Herrn W. Kainz, Hanau, und als Vertreter der Mitglieder Herrn Dr. H. Weber, Hanau, zu bestellen.
7. Verschiedenes
Der DGM Vorsitzende stellt den Mitgliedern den vom Vorstand
gefassten Diskussionsvorschlag zur Namensänderung der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde in Deutsche Gesellschaft für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik vor. Dabei sollen das Kürzel DGM und das Logo beibehalten werden.
Herr Kaysser erläutert, dass die DGM bereits vor 20 Jahren bei der Umbenennung von Metall- zu Materialkunde die Weichen hin zu einer großen Breite von Materialklassen gestellt habe. Die damalige Namensänderung habe dazu geführt,
dass die DGM heute vom Profil ihrer Mitglieder und Fachausschüsse im Zentrum der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik angesiedelt sei. Ohne die damalige Namensänderung wäre die DGM auf die Materialklasse der Metalle beschränkt
geblieben. Herr Kaysser erläutert weiter, dass es seit einigen Jahren Bemühungen von Deutscher Forschungsgemeinschaft, Bundesvereinigung MatWerk, Studientag M&W und acatech gibt, einen Oberbegriff für das von der DGM vertretene Fachgebiet
zu etablieren. Der Begriff "Materialwissenschaft und Werkstofftechnik" sei von den zuvor genannten Institutionen und einer Reihe von Hochschulen übernommen worden und solle langfristig etabliert werden. Herr Kaysser regt an, dass die
Mitglieder der DGM bis zur nächsten Mitgliederversammlung 2010 die Gelegenheit wahrnehmen sollten, über eine derartige Namensänderung der DGM und deren Auswirkungen zu diskutieren und stellt diese Anregung der Mitgliederversammlung zur
Abstimmung. Mit großer Mehrheit wird dieser Vorschlag angenommen, so dass bis zur nächsten Mitgliederversammlung weitere Vorschläge zur Namensänderung gesammelt werden. Des Weiteren soll in einer offenen Diskussion das FÜR
und WIDER diskutiert werden.
Die nächste ordentliche Mitgliederversammlung wird im Rahmen des DGM-Tages im Herbst 2010 in Darmstadt stattfinden.
Prof. Wolfgang Kaysser, Vorsitzender
Dr. Frank O.R. Fischer, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied |