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Zur Geschichte der DGM

 

 

Der Anfang  

"Leiden lehrt denken, denken macht weise, Weisheit gestaltet das Leben erträglich." Unter diesem Motto wurde aus der Not der Zeit heraus 1917 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Eisenforschung, 1919 die Deutsche Gesellschaft für Metallkunde, 1921 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Metallforschung und 1922 die Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft gegründet. Die Rechtfertigung zur Errichtung dieser vier Institutionen ist im wesentlichen die gleiche. Das durch den ersten Weltkrieg so sehr geschwächte Deutschland bedurfte zur Selbstbehauptung seiner Volkswirtschaft und Volkskraft großer Anstrengungen. Planmäßige wissenschaftliche Forschung wurde als dringende Notwendigkeit erkannt. Immer wieder wurde betont, dass die Bedeutung einer Industrie, ihre Geltung auf den Weltmärkten vom Stande der wissenschaftlichen Erkenntnis abhängig ist. In der Denkschrift der Notgemeinschaft der deutschen Wissenschaft wird in dem Forschungsprogramm an erster Stelle auf die ausschlaggebende Bedeutung der Metallindustrie für unser Land hingewiesen und bemerkt, dass das Wissen von dem metallischen Werkstoff wesentlich weniger entwickelt sei, als es dem wirtschaftlichen Bedürfnis entspreche. Es wird deshalb gefordert, das Wesen des metallischen Zustandes bis hin zu atomphysikalischen Betrachtungen aufzuklären, den Zusammenhang zwischen den physikalischen und chemischen Eigenschaften der Metalle und Legierungen zu erforschen sowie Untersuchungen über die Probleme der Festigkeit, Plastizität und Formgebung herzuleiten.

Klarer und zukunftssicherer konnten die Verfasser der Denkschrift, unter denen für unser Fachgebiet Geheimrat Rudolf Schenck (Münster) an erster Stelle zu nennen ist, die Aufgaben der Wissenschaft von den Metallen vor beinahe acht Jahrzehnten nicht umreißen. Hier werden die drei Sparten schon genannt, die sich bis zum heutigen Tag mit zeitlich wechselndem Schwergewicht entwickelt haben, Metallphysik, Metallkunde, Metalltechnik.

Von der Notwendigkeit der Förderung dieser drei Arbeitsbereiche waren die Gründer unserer Gesellschaft überzeugt, wie aus den Ansprachen hervorgeht, die auf der Gründungsversammlung am 27. November 1919 gehalten worden sind.

Emil Heyn William Guertler
Emil Heyn William Guertler

Besonders klar kommen sie in den Ausführungen von Geheimrat Emil Heyn zum Ausdruck, der gemeinsam mit Prof. William Guertler und Oberingenieur Johan Czochralski die entscheidende Vorarbeit zur Gründung der Deutschen Gesellschaft für Metallkunde und zur Errichtung des Kaiser-Wilhelm-Institutes für Metallforschung geleistet hat. Er war der erste Vorsitzende der Gesellschaft und der erste Direktor des Instituts. Dem Vorstand und seinem Beirat gehörten führende Metallurgen an. Geschäftsführer der Gesellschaft waren von 1919 bis 1921 Prof. A. Keßner und alsdann bis zu seinem Tode im Jahre 1945 Dipl.-Ing. Hans Groeck.

Die an sich selbständige Gesellschaft trat mit dem Vermerk im Verein Deutscher Ingenieure ins Leben, weil sie organisatorisch gesehen aus einem in diesem Verein schon bestehenden "Metallausschuss" heraus entwickelt worden war. Dem Sitzungsprotokoll zufolge waren an der Gründung u.a. beteiligt: die Industriewerke A.E.G. (Berlin), Th. Goldschmidt (Essen), Junkers (Dessau), Ludwig Loewe u. Co (Berlin), Metallgesellschaft (Frankfurt/Main), Siemens & Halske (Berlin) und als staatliche Stellen das Materialprüfungsamt, das Reichsmarineamt, das Eisenbahnzentralamt. Für die Hochschulen sprachen William Guertler (Berlin) und Willy Heike (Freiberg/Sa.). Zustimmende Telegramme lagen vor von den Physikochemikern Geheimrat Schenk (Münster), Prof. Lorenz (Frankfurt/Main) und Geheimrat Tammann (Göttingen).

Eine Satzung gab es zunächst nicht. Die Aufgaben und Ziele wurden in "Richtlinien" festgehalten. Die offizielle Anmeldung als eingetragener Verein erfolgte 1927 unter dem Namen "Deutsche Gesellschaft für Metallkunde e.V.".

 

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