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BMW, Osram, MTU und MPI: DGM fördert Exkursion der Fachschaft Materialwissenschaft/Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena nach München

In den Morgenstunden, genauer gesagt um 4 Uhr, startete am Montag, den 24. Juni 2013, unser Bus mit Teilnehmern aus der Fachschaft Materialwissenschaften und Physik zur zweitägigen Exkursion nach München. In Regensburg wurde ein Zwischenstopp eingelegt mit der Möglichkeit, den Osram-Standort oder das BMW-Werk zu besichtigen. Da die Zeit jedoch knapp bemessen war, musste man sich im Vorfeld für eine der beiden Führungen entscheiden. Die Teilnehmer der Osram-Gruppe konnten einen Einblick in die Herstellung von Leuchtdioden (LED), ihre Verwendung im Alltag sowie über den Aufbau des Standortes bekommen. LEDs von Osram finden sich z.B. in Automobilen (Bsp. Tagfahrlicht), Bürobeleuchtung, Displays von Smartphones, Stadionbeleuchtung der Fußball-Arena in São Paulo u.v.m. wieder. Die anschließende Führung über das Areal zeigte den strukturierten Aufbau einer solchen Fertigungsstätte von Reinräumen bis zum Verteilungsnetzwerk von Gasen und Flüssigkeiten sowie Wärme und Kälte.

Die Teilnehmer der BMW-Gruppe konnten bei der Entstehung eines BMWs dabei sein, angefangen vom Blech über die fertige Karosserie bis zum fahrfähigen Automobil. Dabei galt es, neben den beachtlich starken und lauten Pressen, auch die Fertigungsstraße zu bestaunen, wo jeder Mitarbeiter im Arbeitstakt von durchschnittlich einer Minute festgelegte Arbeitsschritte absolvierte. Bei der Werksführung wurde besonders deutlich, dass das Werk auf größtmögliche Effizienz (keine Lagerhallen, sondern Lieferung der Teile mittels LKWs innerhalb kürzester Zeit) und dennoch Qualität (vielfältigste Überprüfungen der Bauteile und Arbeitsschritte) gelegt ist.

Weiter ging es nach München, wo wir den Nachmittag im „Deutschen Museum“ verbrachten.

Die Fülle an Exponaten war schier überwältigend und ist mit einem Besuch gar nicht zu bewältigen. Das erste deutsche U-Boot, der 3-Takt-Gasmotor von Barsanti, erbaut im Jahre 1854 sowie der ausführlich und plastisch gestaltete Untertagebau sind nur einige Beispiele des sehr anschaulichen und interaktiven Angebots des Museums. Am spektakulärsten war sicherlich die Hochspannungsvorführung mit Wechselspannungen von bis zu 300.000 Volt und Strömen von bis zu 1000 Ampère (Achtung: laut!).

Bei einer Exkursion in München darf ein Besuch im Hofbräuhaus natürlich nicht fehlen. Bei gutem Bier und traditionell bayrischer Musik und Tanzvorführungen ließen wir den langen Tag ausklingen.

Der zweite Tag begann mit einer Führung durch das firmeneigene Museum der MTU Aero Engines GmbH. Dabei erhielten wir Einblick in die Triebwerkentwicklung an Hand von Exponaten der letzten Dekaden, beispielsweise die Nutzung von Automotoren zu Kriegszeiten.

Besonders beeindruckt hat alle Teilnehmer die Ausführung über die Funktionsweise des modernen Triebwerkes GP7000 für den Airbus A380. Abgerundet wurde die Führung mit einem Rundgang durch die Produktion, bei welchem es uns möglich war, ein paar Bauteile hautnah erleben zu dürfen. Da die MTU nicht nur Triebwerke baut, sondern vor allem auch wartet, konnte im Rahmen der Führung immer wieder gesehen werden, wie schwierig die Instandhaltung von Triebwerken ist und hierzu immer neue Methoden entwickelt werden (müssen), beispielsweise Blisk.

Den letzten Höhepunkt der Exkursion bildete eine Besichtigung am Forschungsstandort Garching. Wieder einmal musste die schwere Entscheidung zwischen zwei Instituten, dem Max-Planck-Institut für Astrophysik und dem Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik, getroffen werden. Den Teilnehmern des MPI für Astrophysik wurde eine Vorführung im aufblasbarem „digitalen Planetariumszelt“ über aktuelle Forschungsergebnisse geboten.  Im Anschluss gab es die Gelegenheit sich mit Wissenschaftlern auszutauschen.

Am MPE wurden zahlreiche aktuelle und historische Forschungsergebnisse und -missionen vorgestellt, mit denen man versucht, die Beschaffenheit der Materie abseits unserer Erde mittels verschiedenster z.B. optischer Methoden zu erforschen, beispielsweise auch durch Aufnahmen im Röntgenbereich. Besonders beeindruckend war hierbei auch der Besuch jener Halle, in der derzeit Gravity gebaut wird, die zweite Generation von Instrumenten für das VeryLargeTelescop in Chile.

An die Exkursion erinnern sich alle Teilnehmer noch gerne zurück. Einziger Wermutstropfen war jedoch das zeitige Aufstehen am ersten Tag.

Die Fachschaft Materialwissenschaft/Physik möchte sich nochmals sehr bei der DGM für die finanzielle Unterstützung der Exkursion bedanken. 

Ein Erfahrungsbericht von Stephan Siewert