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TU Ilmenau: Von Stahlschmelzen bis Sternen

Foto: TU Ilmenau

Junge Wissenschaftler aus aller Welt werden drei Tage lang über Magnetohydrodynamik, also die Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern und Metallschmelzen diskutieren. Die Technische Universität Ilmenau und das Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf organisieren im Oktober im Physikzentrum Bad Honnef das Wilhelm und Else Heraeus-Seminar „Flüssigmetall-MHD“. Siedend heiße Stahlschmelzen stehen ebenso auf dem Programm wie die Entstehung von Sternen.

Beim 549. von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung geförderten Seminar im Nordrhein-Westfälischen Bad Honnef vom 15. bis 18. Oktober 2013 geht es um Magnetohydrodynamik, ein Teilgebiet der Physik, das die Wechselwirkungen zwischen Magnetfeldern und elektrisch leitfähigen, strömenden Körpern wie Metallschmelzen untersucht. Solche Wechselwirkungen findet man in der Astrophysik bei der Entstehung von Sternen oder auch bei der Erzeugung des Erdmagnetfelds. In der Wirtschaft hat die MHD-Forschung ganz praktische Anwendungsfelder, beispielsweise in der Stahlindustrie: Weil mechanische Werkzeuge bei solch hohen Temperaturen versagen, wird geschmolzener Stahl mit Hilfe von Magnetfeldern beeinflusst und bearbeitet. Mit Magnetfeldern wird das Wachstum von Siliziumkristallen kontrolliert, da sie ungewollte Strömungen in der Schmelze unterdrücken, die zu Verunreinigungen im Kristall führen könnten. Und auch in Fusionsreaktoren sollen Metallschmelzen wegen ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit in Zukunft unter dem Einfluss von Magnetfeldern eingesetzt werden.

Zu solchen Themen werden 65 Nachwuchswissenschaftler in dem Seminar im Physikzentrum Bad Honnef, das von der Deutschen Physikalischen Gesellschaft betrieben wird, Vorträge hören und anschließend darüber diskutieren. Die Zeit für den Informationsaustausch ist deutlich länger bemessen als bei wissenschaftlichen Konferenzen üblich und für Doktoranden gibt es eigens reservierte Nachmittagssitzungen. So lernen die jungen Wissenschaftler im Dialog miteinander, Grundlagenforschung und praktische Anwendung besser miteinander zu verknüpfen. Organisiert wird das Seminar von Wissenschaftlern von zwei Forschergruppen aus Ilmenau und Dresden, die seit einem Jahr im Rahmen der Helmholtz-Allianz „Liquid Metal Technologies (LIMTECH)“ miteinander kooperieren: Dr. Christiane Heinicke und Professor André Thess vom Fachgebiet Thermo- und Magnetofluiddynamik der TU Ilmenau, und Dr. Thomas Wondrak und Dr. Gunter Gerbeth vom Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf.

Informationen zum Wilhelm und Else Heraeus-Seminar „Flüssigmetall-MHD“ unter: www.tu-ilmenau.de/mhd. Fragen und Bewerbungen an: mhd@tu-ilmenau.de (Bewerbungsfrist: 31.08.2013).

Hintergrund:
Indem sie den wissenschaftlichen Gedankenaustausch in Fachtagungen und Seminaren und begabte Studierender in ihrer Ausbildung unterstützt, fördert die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung, gegründet 1963, Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

Kontakt:
Dr. Christiane Heinicke
TU Ilmenau
Fachgebiet Thermo- und Magnetofluiddynamik
Tel.: 03677 / 69-2464
Email: christiane.heinicke@tu-ilmenau.de

Quelle: http://idw-online.de/de/news543783