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Bericht zur 60. Sitzung des Arbeitskreises Walzplattieren im Fachausschuss Walzen

Der Arbeitskreis Walzplattieren hat sich am 09. April 2019 zur seiner 60. Sitzung getroffen. Somit kann der Arbeitskreis als Bestandteil des Fachausschusses Walzen auf eine Historie von dreißig Jahren durchgängiger Aktivität zurückblicken.

Gastgeber für die Sitzung war die Fa. Saxonia Technical Materials GmbH in Hanau, welche nach erfolgter Übernahme aus der Europasparte der UMICORE Technical Materials durch die Saxonia Edelmetalle GmbH Anfang 2018 hervorging. Basierend auf dieser Historie formiert die Saxonia Technical Materials auf dem Markt als Hersteller von qualitativ hochwertigen Lot- und Kontaktwerkstoffen für unterschiedliche Anwendungen. Der Tradition im Arbeitskreis folgend wurde die Firma am Vortag der Sitzung in einem Rundgang vorgestellt und präsentiert und der Tag mit einem abschließenden Abendessen beendet.

Bei der Sitzung selbst wurden zwei wesentliche Thematiken für das Plattieren behandelt. Zum Einen wurden durch das Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg erste Ergebnisse zum Einfluss des Walzenwerkstoffes auf das Anhaftungsverhalten am Walzenkörper vorgestellt. Hierzu werden in einem gemeinsamen Projekt des Arbeitskreises Versuche an einem Zwei-Scheibenprüfstand durchgeführt, bei dem zwei Scheiben unterschiedlicher Werkstoffe zur Simulation von Walzgut und Walzenwerkstoff definierten Belastungzuständen zugeführt werden, die mit einer Kombination aus Normaldruck, Abrollbewegung und Relativbewegung zueinander die reale Belastung in der Wirkfuge ausreichend genau nachbilden. Hierbei zeigte sich in ersten Versuchen, dass bei Einsatz eines Standardkaltwalzenstahls, eines hochchromhaltigen Walzenstahls und eines pulvermetallurgisch hergestellten Walzenstahls – jeweils bereitgestellt durch die Fa. Steinhoff – durchaus unterschiedliche Verhalten hinsichtlich der Tribologie und des Anhaftungsverhaltens deutliche Unterschiede auftreten. Daher wurde sich einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt fortzusetzen und die Anfangsdatenbasis mit systematischeren Daten zu unterlegen, die bei der nächsten Sitzung vorgestellt werden sollen.

In einem zweiten Schwerpunkt wurde als ein gemeinsames Projekt der Abgleich der Simulationsmöglichkeiten des Walzplattierens mit dem realen Prozess fixiert. Hierbei erklärt sich die Fa. Wickeder Westfalentstahl GmbH bereit, auf ihrem Technikumswalzwerk eine Beispielplattierung real mit dokumentierten Prozessbedingungen herzustellen. Das Institut für Bildsame Formgebung der RTWH Aachen sowie das Institut für Metallformung der TU Bergakademie Freiberg übernehmen die Materialcharakterisierung der Einsatzwerkstoffe und die Durchführung der Simulationen nach ihren dafür verfügbaren und bekannten Modellen und Methoden. Integrale Ergebnisse wie Walzkraft, Walzmomente und die erzielten Schichtdicken werden für die Simulation im Vorfeld zurück gehalten und sollen als Zielgrößen aus der Simulation bestimmt werden. Grundidee ist es zunächst einmal grundsätzlich Anwendbarkeit der vorhandenen Simulationsmöglichkeiten in Vorstufen der Prozess- und Technologieauslegung zu prüfen und zu bewerten. Hierzu sollen die beteiligten Mitglieder von Wickeder, IBF und IMF zur nächsten Sitzung ein entsprechendes Konzept hinsichtlich notwendigem Zeit- und Kostenrahmen zur Diskussion im Arbeitskreis präsentieren.

In der Sitzung wurde auch die Business Unit Rolled Products der Wieland-Werke AG einstimmig als neues Mitglied in den Arbeitskreis aufgenommen, wodurch sich die Mitgliedszahl der Unternehmen aus der industriellen Plattierung im Arbeitskreis auf stolze 14 erhöht.

Dipl.-Ing. Stephan Reichelt
PFARR Stanztechnik GmbH
Leiter des AK Walzplattieren

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