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Auf gutem Kurs, mit frischem Wind. Der DGM-Tag 2015

Für alle DGM-Mitglieder der DGM-Tag mit den Fachausschusstreffen, der Mitgliederversammlung und der Verleihung der DGM-Preise ein zentrales Ereignis. Dass er 2015 im Rahmen der Werkstoffwoche auf dem Gelände der Messe Dresden stattfand, und so am 14. September vom Sächsischen Staatsminister für Finanzen Prof. Dr. Georg Unland sowie vom Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert quasi „miteröffnet“ wurde, verlieh ihm einen besonders würdigen Rahmen.

Neben einem Symposium des DGM-Geschichtsausschusses, das sich mit den durch die Wiedervereinigung verbundenen Veränderungen in allen Bereichen der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik befasste, stand am 15. September unter anderem die DGM-Klausur der Fachausschuss-, Arbeitskreis- und Fortbildungsleiter auf dem Programm. Hier wurden die FA-Sprecher gewählt und einzelne Ausschüsse einem breiteren Publikum vorgestellt. Im Zentrum stand zudem ein Konzept, dass die einzelnen Fachausschüsse besser untereinander vernetzen und dafür sorgen soll, dass die Fachausschüsse durch die Nutzung von Synergien und die Vermeidung von Redundanzen noch effizienter als bisher arbeiten können.

Leistung: ausgezeichnet!

Der 16. September stand dann ganz im Zeichen des alljährlichen DGM-FORUMs, auf dessen Mitgliederversammlung Prof. Dr.-Ing. Jürgen Hirsch für die Amtszeit 2016/2017 offiziell in sein Amt als DGM-Vorsitzender gewählt und in guter alter Tradition die DGM-Preise verliehen wurden.

In diesem Jahr ging die Heyn-Gedenkmünze an Prof. Dr. Bernhard Wielage, der DGM-Pionier an Prof. Dr. Michael J. Hoffmann und die Tammann-Gedenkmünze an Prof. Dr. Willem J. Quadakkers. Prof. Dr. Aldo Roberto Boccaccini erhielt den DGM-Preis, Dr. Cristian Greiner den Masing-Gedächtnis-Preis und L. Bodelot sowie G. Ravichandran den Werner-Köster-Preis. Mit dem DGM-Nachwuchspreis wurden Matthias Arras, Julia K. Hufenbach und Dr. Mehdi Deshavarz Hedayatia ausgezeichnet. Der Georg-Sachs-Preis ging in Abwesenheit an Prof. Dr. Svea Mayer.

Für Öffentlichkeit und Politik sichtbarer werden

Auf der Mitgliederversammlung entwarf von der neue DGM-Vorsitzende Jürgen Hirsch ein äußerst positives Bild der DGM, deren öffentliches Image sich weiter gut entwickelt und deren Gremien bei einer steigenden Anzahl von persönlichen, Firmen- und Institutsmitgliedern immer aktiver werden. „Vor allem die Nachwuchsaktivitäten übersteigen alle Erwartungen“, wie Hirsch festhielt.

Gerade bei den Nachwuchsaktivitäten setzte Hirsch an, indem er hervorhob, dass die Jung-DGM stärker ins gesamte DGM-Netzwerk eingebunden werden müsse. Für die Zukunft wurde zudem festgelegt, die DGM-Regionalforen zu stärken und sich noch intensiver als bisher auf die Bedürfnisse der Mitglieder einzustellen. Hierzu gehöre auch eine stärkere Präsenz der DGM als Interessenvertretung ihrer Mitglieder in Öffentlichkeit und Politik sowie eine engere Verknüpfung mit fachlich verwandten Wirtschaftsverbänden: ein Gedanke, der mit viel Applaus bedacht wurde.

Fortschritt mit Gedächtnis

 

Neben der bestätigenden Entscheidung für Prof. Dr. Hirsch als DGM-Vorsitzenden wählte die Mitgliederversammlung für die Amtszeit 2016/2017 auch die Beisitzer im Vorstand (Dr. Ulrich Bast, Dr. Hilmar Müller, Sarah Fischer und Prof. Klaus Jandt), die sich aus Vertretern der DGM-Fachausschüsse und der Jung-DGM, sowie die kommenden Buchprüfer (Uwe Weiss und Prof. Bernhard Wielage).

Anschließend stand eine Satzungsänderung zur Diskussion, die mit großer Mehrheit (82,86%) angenommen und in deren Rahmen das DGM-Kuratorium in "Beirat" umbenannt wurde. Mit dem Beirat soll eine Art "Gedächtnis" der DGM entstehen, in dem unter anderem die letzten drei ausgeschiedenen DGM-Vorstandsvorsitzenden ihre Erfahrungen und ihr Wissen bei der Weiterentwicklung der DGM einbringen sollen.

Zudem wurde die INVENTUM GmbH als Tochtergesellschaft der DGM vorgestellt, die für die Fachmesse der Werkstoffwoche 2015 verantwortlich und die inzwischen eindrucksvoll expandiert. In einer Befragung und Diskussion unter allen Teilnehmern der Mitgliederversammlung wurde zudem festgestellt, dass Dresden als eines der wichtigsten Zentren der Materialwissenschaft unbedingt DGM-Veranstaltungsort bleiben soll.

 

Am Ende kam Schwejk

Im anschließenden DGM-KONVENT feierten die DGM-Mitglieder die Ernennung von Prof. Dr. Hirohisa Uchida von der japanischen Tokio Universität und Prof. Dr. Ludwig Schultz vom Dresdner Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung zu Ehrenmitgliedern des Vereins. Als besonderen Gast begrüßten sie den Soldaten Josef Schwejk. Er war extra aus Böhmen die Elbe herunter nach Dresden gereist, um seinem Publikum seine böhmische Seele auszuschütten, die in vielerlei Dingen der sächsischen ähnelt. Mit seinem fatalistisch-subversiven Humor sorgte er für viele Lacher.