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Aussteller der WerkstoffWoche 2019: TU Bergakademie Freiberg Hochdruckforschungszentrum

Das Schockwellenlabor des Freiberger Hochdruckforschungszentrums

Das Schockwellenlabor in dem Forschungs- und Lehrbergwerk „Reiche Zeche“ der TU Bergakademie Freiberg wurde im Jahre 2011 als Teil des ersten Dr.-Erich-Krüger-Forschungskollegs „Freiberger Hochdruckforschungszentrum“ eröffnet. Die maximal zulässige Sprengstoffmenge von 20 kg (Nettoexplosivmasse) pro Versuch ermöglicht ein breites Spektrum von Untersuchungsaufgaben, wie z.B. strukturelle Änderungen in geschockten Metallen, Keramiken, Gläsern unter hochdynamischer Belastung, der Herstellung und Verdichtung von superharten Materialien, der Charakterisierung des Bruchverhalten von Gesteinen und Werkstoffen, Sprengplattieren von schwer fügbaren Metallen, die Evaluierung der Stabilität von Sicherheitstextilien sowie anderem Sicherheitszubehör, aber auch die Synthese von komplett neuartigen Verbindungen unter extremen Drücken und Temperaturen (bis ca. 200 GPa und 5000K).

Große Erfahrungen besitzt das Team des Schockwellenlabor unter anderem bei der Konstruktion von Versuchsaufbauten zur Probenrückgewinnung, um die schockbelasteten Materialien (z.B. kompakte Festkörper oder Pulver) nach dem Versuch zu untersuchen. Dafür stehen neben verschiedenen Mikroskopen (optisch, Rasterelektronenmikroskop mit EDX, EBSD) auch Röntgendiffraktometrie (XRD), IR-, Raman- und NMR-Spektroskopie, sowie weitere chemische Analytikmethoden zur Verfügung. Besonders empfindliche Proben können unter Inertgasbedingung behandelt werden.

In naher Zukunft wird zusätzlich im Labor ein  VISAR-Geschwindigkeitsmesssystem für die Bestimmung von dynamischen Materialparametern unter Schockbelastung installiert.

Das Schockwellenlabor steht auch für externe Nutzer für verschiedenste Versuche mit Sprengstoffen zur Verfügung. Aufgrund der behördlichen Genehmigungen sind auch sehr kurzfristige Versuche und Versuchsserien mit einer Vielzahl an Sprengstoffen und Versuchsaufbauten möglich.

Kontakt
TU Bergakademie Freiberg Hochdruckforschungszentrum
Dr.-Ing. Thomas Schlothauer
Brennhausgasse 14
09599 Freiberg
thomas.schlothauer@mineral.tu-freiberg.de
T +49 (0) 3731 393540

https://tu-freiberg.de/fakultaet3/institut-fuer-mineralogie/allgemeine-und-angewandte-mineralogie