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AVK-Innovationspreis 2020 an Projekt mit IPF-Beteiligung

Der 1. Platz in der Kategorie „Forschung und Wissenschaft“ der AVK-Innovationspreise 2020 wurde am 12. November 2020 an den Preisvorschlag „Neue hochtemperaturbeständige UP-Harze und Zähmodifizierer“ verliehen, an dem das IPF beteiligt ist.

 

Dem ausgezeichneten Projekt zugrunde liegt die gleichnamige Dissertation von Dr. Moritz Stuck, die er unter der Betreuung von Frau Professor Brigitte Voit angefertigt und 2019 an der Technischen Universität Dresden verteidigt hat. Nach seiner Promotion hat Moritz Stuck, der inzwischen an der Technischen Universität Dortmund tätigt ist, die Arbeiten an der Fachhochschule Münster und in Kooperation mit dem IPF sowie den Industriepartnern BASF SE und Saertex multicom GmbH weiter vorangetrieben. Allen Partnern gemeinsam wurde nun der Preis zuerkannt.

Es wurde ein neues hochtemperaturbeständiges und ungesättigtes Polyesterharz (HT-UPR) entwickelt, das eine maximale Netzwerk-TG von 249,4 °C und eine hohe Dauertemperaturbeständigkeit aufweist. Die bisher höchste gemessene HDT liegt bei 177,2 °C, wobei ein Potenzial bis ca. 190 °C angenommen wird. Die photochemische und thermische Reaktivität ist signifikant höher als bei industriellen HAT-UPRs (z.B. P18-03-Typen) oder von vergleichbaren HAT-Vinylester- und Vinylesterurethanharzen. Weiterhin weist der UP nur eine geringe Eigenfärbung und kann aus in der UP-Harz-Industrie üblichen Rohstoffen synthetisiert werden. Der Anteil an nachwachswenden Rohstoffen kann bis auf 71 mol-% erhöht werden. Wegen der beschriebenen Eigenschaften eignet sich der UP besonders für SMC/BMC-Bauteile (sheet molding compound/bulk molding compund), Rohrleitungen und Tanks sowie für den Einsatz in Fernwärme-Relining. Es wurde auch ein neuer Zähmodifizierer auf Basis von Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisation entwickelt, der die Zähigkeit bei Temperaturen zwischen 100 und 160 °C deutlich erhöht, die Oberflächenqualität des Laminats verbessert und die Reaktivität erhöht.

 

(Quelle: ipf)