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Bericht von der Frühjahrs-HGV des VWI in Landshut

Vom 1. bis zum 5. Mai fand in Landshut die Hochschulgruppenversammlung (HGV) der Wirtschaftsingenieure statt. Dort versammelten sich etwa 120 Teilnehmer aus 38 Hochschulgruppen, darunter sogar eine Gruppe aus Bukarest, um über aktuelle Themen des Verbands zu diskutieren.

Die Hochschulgruppen (HGn) des Verbands deutscher Wirtschaftsingenieure (VWI) sind vergleichbar mit den jDGM-Ortsgruppen, obwohl es in der Struktur deutliche Unterschiede gibt. So ist eine HG immer ein eigenständiger Verein, der unter dem Dach des VWI geführt wird. Jede Gruppe besitzt eine streng einzuhaltende Struktur und ist komplett selbstverwaltet. Aufgrund der enormen Anzahl der HGn sind sie weiterhin in den sogenannten Hochschulkooperationen (HoKo), wie zum Beispiel Südost-Kooperation (SoKo) oder Netzwerk Ost (NeO) organisiert. Hierbei schließen sich nahe gelegene Gruppen zusammen um gemeinsam kleinere überregionale Veranstaltungen, wie Exkursionen oder Strategie-Wochenenden zu planen. Die HGV hingegen gehört zu den sogenannten Bundesevents, an denen sich alle Hochschulgruppen beteiligen sollen.

Auf dem Programm der HGV standen neben verschiedenen Firmenvorträgen und Arbeitsgruppen ein sehr ausführlich und professionelles Sitzungsprogramm. In den Sitzungen wurde von den unterschiedlichen Veranstaltungen berichtet, die einzelne HGn im vergangenen Semester durchgeführt hatten. So zum Beispiel vom Fachforum, welches im Januar in Karlsruhe stattfand. Thema des Fachforums war die Motivation neuer Mitglieder, welches an mehreren Tagen aus verschiedenen Blickwinkeln erörtert wurde. Mit Unterstützung von ausgebildeten Trainern wurde so ein Dokument erarbeitet, welches den anderen HGn zur Verfügung gestellt werden konnte. Bei Veranstaltungen, die im laufenden Semester geplant sind, wurden Meilensteinpläne vorgestellt. Ein weiteres Bundesevent ist der kreati Fallstudienwettbewerb, hierbei werden von verschiedenen Firmen Fallstudien gestellt, die von Teams bestmöglich gelöst werden sollen. So können die Studierenden Erfahrungen an realen Problemen sammeln, und die Firmenpartner erhalten neue Blickwinkel und Lösungsansätze für die gestellten Fälle. Ein ähnliches Modell in kleinerem Format soll bald in Kooperation mit der DGM stattfinden. Im Fokus steht dabei eine Fallstudie mit materialwissenschaftlichem Kontext, in gemischten Teams aus jDGMlern und VWIlern sollen interdisziplinäre Lösungen entstehen, von denen beide Seiten neue Aspekte eines möglichen Berufsfeldes kennenlernen können.

Darüber hinaus fanden einige Wahlen statt, wo die nächsten Bundesevents stattfinden sollen. Für einige Events wurde ein regelrechter Wahlkampf ausgefochten. In einem weiteren Tagesordnungspunkt stellten sich die Gäste vor, neben der DGM war auch der VDE als Partnerverband vertreten. Um die Teilnehmer bei einem tagesfüllenden Sitzungsprogramm konzentriert zu halten wurden die Blöcke durch regelmäßige gemeinsame „Energizer“ wie beispielsweise Tanzeinlagen, aufgelockert. Diese sorgten nicht nur für die notwendigen Bewegung, sondern auch für eine heitere Stimmung. Nichtsdestotrotz wurden auch ernste Themen wie zum Beispiel Rassismus und Sexismus angesprochen.

Neben dem Sitzungsprogramm gab es einen Slot für Arbeitsgruppen. Es wurden verschiedene Themen angeboten, wie zum Beispiel die Strategie des VWI, Projektmanagement oder die Kommunikationswege im Verband. Da sich die AGs überschneiden, konnte nur eine besucht werden, dafür wurde das Thema Erfolgsfaktoren einer HG ausgewählt. Mithilfe der Methode „Kill your company“ sollte das optimale Konzept für eine Hochschulgruppe entwickelt werden. In diesem Konzept wurde versucht eine imaginäre HG in den Ruin zu treiben, sprich jeden Fehler zu machen, den man machen kann. Im Anschluss daran, wurden die verschiedenen Fehler gesammelt und die jeweilige Lösung des Problems gesucht. Vorteil dieser Methode ist es, dass viele Argumente gesammelt werden konnten, die bei einer reinen positiv-Betrachtung untergehen könnten. Zur besseren Übersicht wurden die Punkte anschließend in verschiedene Gruppen organisiert und zusammengefasst.

Ein weiterer Slot, der von den Sitzungen abwich, war die sogenannte KoHo-Zeit. KoHos sind die Koordinatoren der HoKos. In diesem Block trafen sich die einzelnen Vertreter der HoKos und berieten sich über geplante gemeinsame Veranstaltungen und die Verbesserung der Kommunikation untereinander. Kernproblem war, eine fehlende Plattform, die von allen Mitgliedern genutzt wird. Um dies zu ändern sollte in Zukunft auf die Ergebnisse der AG Kommunikationswege zurückgegriffen werden.

In den Pausen stellten sich an einem Stand die Trainer des VWI vor. In einem einwöchigen Seminar können sich engagierte VWIler von professionellen Seminarleiter zu Trainern mit einem breiten Repertoire ausbilden lassen. Anschließend kann man von einer HG eingeladen werden um dort ein Training zu geben. Zu den Angeboten gehören unter anderem: Rhetorik, Zeitmanagement und Präsentieren, aber auch HG bezogene Training wie Mitgliederakquise oder Mitgliedermotivation. Die insgesamt 19 verschiedenen Trainings werden von den HGn regelmäßig in Anspruch genommen, auch jDGMler sind zu diesen Trainings herzlich willkommen. Wenn es die Kapazität zulässt, kann auch eine jDGM-Ortsgruppe über das jDGM-Bundesteam ein solches Training beantragen.

Neben dem Tagesprogramm, stand sehr deutlich die Vernetzung im Vordergrund. Mit ausgiebigen Kennlern-Spielen und Teambuilding-Übungen wurde schnell eine vertraute Atmosphäre geschaffen, vor allem Erstteilnehmer wurden intensiv eingebunden. Bei den Abendveranstaltungen mischte sich die HGV mit einer zweiten parallelen Tagung der Veteranen-HGV, bei der sich die Alumni der VWI Hochschulgruppen parallel treffen um den Kontakt zu halten. Bei der Veteranen-HGV liegt der Fokus auf dem Networking, sowohl untereinander als auch mit den Studierenden. Viele der vortragenden Firmenvertreter war selbst Teil einer HG und auch für die Alumni-Veranstaltung angereist.

Alles in allem war die HGV eine großartige Möglichkeit um die Struktur und Organisation der Nachwuchsarbeit im VWI kennenzulernen. Eine sehr herzliche Atmosphäre spiegelte die Mentalität des Partnerverbands wieder, in dem die Offenheit und Zusammenarbeit einen sehr hohen Stellenwert hat. Trotz der strengen Struktur fühlen sich auch die neuen Mitglieder schnell in die Gruppe integriert. Das jDGM-Bundesteam freut sich auf eine weitere Zusammenarbeit und viele gemeinsame Veranstaltungen.

Michéle Scholl
Mitglied im DGM-Bundesteam