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Blickpunkt Zukunft: DGM schickt vier deutsche Studenten zum SVMT Students Day

Von links: Hannes Radenbach, David Stenzel (Uni Stuttgart), Christopher Schmitt (ETHZ/SVMT), André Nemeth (KIT)

Am 22. März 2013 fand der SVMT Students Day an der ETH Zürich statt, mit dem Ziel Studierenden Berufsmöglichkeiten in der Region Zürich aufzuzeigen und das Departement Materialwissenschaft der ETH Zürich (D-MATL) vorzustellen. Mehr als 100 Studierende von der ETH Zürich, EPF Lausanne, ZHA Winterthur nahmen daran teil. Mit dabei waren dieses Jahr auch Hannes Radenbach, Chris Findler, David Stenzel (Universität Stuttgart), André Nemeth (KIT). Ermöglicht wurde ihnen die Teilnahme von der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde, die so die internationale Vernetzung des Nachwuchses fördern möchte. Die vier Studenten erhielten hier zahlreiche Anregungen und diskutierten, wie sich eine ähnliche Veranstaltung an der Uni Stuttgart oder am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) umsetzen ließe.

Der Erfahrungsbericht
Der Studententag begann mit vier Vorträgen unter dem Programmpunkt „4 Careers in Materials Science“. Dabei berichteten Roman Ehrbar (ABB), Philipp Reibisch (PhD ETHZ), Cyrill Kümin (Sensirion) und Bastian Schwark (McKinsey) von Ihren Erfahrungen aus der Arbeitswelt.

Roman Ehrbar schloss 2011 das Materialwissenschaftsstudium an der ETHZ ab und heuerte bei ABB in Lenzburg an. Er konnte auf Grund seines noch nicht allzu lange zurückliegenden Jobeinstiegs den Studierenden sehr gut vermitteln wie ihr Arbeitsalltag in der Berufswelt aussehen könnte. Philipp Reibisch führte die Studierenden durch seine Überlegungen bezüglich des Arbeitseinstieges nach dem Abschluss des Masterstudiums am D-MATL und informierte schließlich über die verschiedenen Argumente, die ihn zu einem PhD führten. Dieser Vortrag war höchst interessant für Studierende, die an einem Doktorat interessiert sind. Cyrill Kümin arbeitet bei Sensirion in der Research & Development Abteilung. Er studierte Materialwissenschaft an der ETH und promovierte am IBM Research Center in Rüschlikon. Chronologisch passte sein Vortrag perfekt zu den beiden Vorrednern, da Herr Kümin berichten konnte wie der Arbeitseinstieg nach dem PhD abläuft. Sein Vortrag war sehr detailliert und regte die Studierenden beim anschließenden Mittagessen an, viele Fragen bezüglich seiner Tätigkeit bei Sensirion zu stellen. Im letzten Vortrag des Vormittags erzählte Bastian Schwark von seinen Arbeitserfahrungen bei McKinsey im Züricher Büro. Herr Schwark zeigte auf, dass die Studierenden mit dem Studium der Materialwissenschaft nicht nur die Möglichkeit besitzen in klassischen technisch-orientieren Firmen, wie ABB und Sensirion, zu arbeiten, sondern auch etwas völlig anderes anstreben können. So berichtete er von dem sehr umtriebigen Leben in der Consulting-Branche und führte die Studierenden durch einige seiner Projekte. Die Studierenden hörten, wie bei jedem Vortrag, sehr aufmerksam zu. Im Anschluss an die Vorträge gab es ein leckeres Mittagessen bei dem die Studierenden die Vortragenden mit Fragen „löchern“ konnten.

Am Nachmittag folgte der Programmpunkt „Materials Science in Practice“. Hierfür ging es in die Labore des Departements Materialwissenschaft. Dabei bestaunten die Studierenden lumineszierende Materialien, Aerogele, levitierende Metalle und vieles mehr. Nach dem Austreten der Beine und dem eher entspannten Teil des Tages ging es noch einmal in den Vortragssaal. Unter dem Punkt „Materials Research @ ETHZ“ hielten die Professoren Spolenak und Studart Vorträge über Ihre jeweilige Forschungsgruppe. Zuvor jedoch stellte der Departements-Vorsteher Prof. Walter Steurer das Departement Materialwissenschaft vor. Prof. Spolenak sprach in seinem Vortrag über das naturwissenschaftliche Phänomen „Size-Matters“. Dabei zeigte er den Teilnehmern in einem Tutorial auf, dass sich die Eigenschaften von Materialen im Nanometer-Bereich stark verändern. Prof. Studart führte abschließend vor, wie die Natur es schafft mit „schlechten“ Materialien durch bestimmte Strukturen unglaublich gute Eigenschaften zu erzielen. Im Zuge dessen stellte er uns unter anderem den neuen „Goldstandard“ der „Materials Science of Nature“ vor: „a group of highly aggressive marine crustaceans“ (Link: www.youtube.com/watch. Beim abschließenden Apéro konnten sich alle teilnehmenden Studierenden erneut austauschen und bei dem einen oder anderen Glas Wein neue Bekanntschaften knüpfen.