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DFG bewilligt zweite Förderphase des Sonderforschungsbereichs/Transregio 79 „Werkstoffe für die Geweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“

In seiner Sitzung am 14. und 15. Mai 2014 hat der Bewilligungsausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für die Verlängerung des Sonderforschungsbereichs/Transregio 79 (SFB/TRR 79) gestimmt, der an den Standorten Gießen (Sprecherhochschule), Dresden und Heidelberg neuartige „Werkstoffe für die Geweberegeneration im systemisch erkrankten Knochen“ erforscht und entwickelt. Damit ist dessen Finanzierung für die zweite, wiederum vierjährige Förderphase (2014-2018), gesichert.

Im Rahmen des hochgradig interdisziplinären SFB/TRR 79, der zum 1. Juli 2010 seine Arbeit aufgenommen hatte, werden sehr erfolgreich innovative Biomaterialien und metallische Implantat-Werkstoffe für die Heilung von Frakturen und Defekten des systemisch erkrankten Knochens entwickelt und untersucht. Im Mittelpunkt stehen dabei die Volkskrankheit Osteoporose sowie – als Modell für bösartige Tumorerkrankungen mit Knochenbeteiligung generell – das Multiple Myelom, das meistens auch eine lokale Knochenzerstörung verursacht. Bei beiden systemischen Erkrankungen treten im Vergleich zu Knochen-gesunden Vergleichsgruppen nicht nur deutlich häufiger Knochenbrüche auf, sondern diese heilen auch langsamer und schlechter, da die ansonsten hohe Selbstheilungskapazität des Knochengewebes signifikant erniedrigt ist. Osteoporotische Knochenveränderungen gelten als Ursache der Hälfte aller Frakturen bei Frauen jenseits des 50. Lebensjahrs und für 20 Prozent der Frakturen gleichalter Männer. Mit zunehmendem Alter steigen diese Werte sogar weiter an. Damit hat die Osteoporose gerade auch in den alternden Gesellschaften der Industrieländer eine gewaltige sozio-ökonomische Bedeutung.

Derzeit stehen für die klinische Behandlung von osteoporotischen Frakturen und Tumor-bedingten Knochendefekten bislang aber keine Biomaterialien zu Verfügung, die spezifisch auf die Besonderheiten des systemisch erkrankten Knochens abgestimmt und ausgerichtet sind. Diese offensichtliche Lücke will der Sonderforschungsbereich auf dem Gebiet der Unfallchirurgie/Orthopädie/Materialwissenschaft schließen, weswegen zunächst die Besonderheiten der Knochenheilung bei Vorliegen von Osteoporose (Schwerpunkt der Arbeiten in Gießen) sowie von osteolytischen Defekten, hervorgerufen durch ein Multiples Myelom (Schwerpunkt Heidelberg) erforscht werden. Hauptaufgabe der beteiligten Gruppen am Standort Dresden ist die Entwicklung neuer Biomaterialien – und zwar sowohl für die Heilung von Knochen-Substanzdefekten, als auch für die Stabilisierung (metallische Implantate und Biomaterialien) von Frakturen, die den besonderen Verhältnissen der gestörten Knochenheilung Rechnung tragen.

Alle beteiligten Forschergruppen des SFB/TRR 79 aus Gießen, Heidelberg und Dresden freuen sich sehr, dass die sehr erfolgreichen gemeinsamen Arbeiten nun im Rahmen einer zweiten Förderphase (Laufzeit: Juli 2014 bis Juni 2018) fortgesetzt werden können. Bewilligt wurden den drei Standorten zusammen hierfür von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG)  9,9 Millionen Euro.

 

 Kontakt

SFB/TRR 79:

Prof. Dr. Christian Heiß (Sprecher 2. Förderperiode), Justus-Liebig-Universität Gießen
Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie
Universitätsklinikum Gießen-Marburg GmbH, Standort: Gießen
Rudolf-Buchheim-Straße 7, 35392 Gießen

Telefon: 0641-98544602; Transregio-Office: 0641-98544668 (Sekretariat)
E-Mail: Christian.Heiss@chiru.med.uni-giessen.de
E-Mail: R.S.Transregio@chiru.med.uni-giessen.de