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DFG verleiht Prof. Dr. Joachim P. Spatz Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis 2017

Wichtigster deutscher Forschungsförderpreis. Je 2,5 Millionen Euro für herausragende Arbeiten aus allen Wissenschaftsgebieten. Verleihung am 15. März 2017 in Berlin

Die neuen Trägerinnen und Träger des wichtigsten Forschungsförderpreises in Deutschland stehen fest: Der Hauptausschuss der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) erkannte am 08. Dezember 2016 in Bonn drei Wissenschaftlerinnen und sieben Wissenschaftlern den Leibniz-Preis 2017 zu. Sie waren zuvor vom zuständigen Nominierungsausschuss aus 134 Vorschlägen ausgewählt worden.

Zu den Ausgezeichneten gehört auch Prof. Dr. Joachim P. Spatz vom Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart, und Physikalisch-Chemisches Institut, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg.

Professor Dr. Joachim P. Spatz - Gottfried Wilhelm Leibniz-Preisträger 2017
Biophysik, Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, Stuttgart, und Physikalisch-Chemisches Institut, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Joachim Spatz wird für seine herausragenden Forschungen an der Grenze von Materialwissenschaft und Zellbiophysik mit dem Leibniz-Preis ausgezeichnet. Seine Forschungen beschäftigen sich mit der Zelladhäsion, also der Haftung und Bindung von Zellen aneinander und auf Oberflächen. Dank einer beispielhaften experimentellen Herangehensweise ist es ihm gelungen, präzise Einblicke in die Kontrolle der Zelladhäsion bis hin zu den physiologischen Prozessen zu gewinnen. Dazu hat Spatz durch den Einsatz von künstlichen, molekular strukturierten Grenzflächen mögliche Wechselwirkungen auf ein Minimum an molekularen Komponenten reduziert. Die wissenschaftliche Leistung von Joachim Spatz besteht darin, dass er mithilfe origineller materialwissenschaftlicher und physikalischer Konzepte die Kommunikationsmechanismen zwischen Zellen auf neuartige Weise untersuchen kann. Mit diesen Mitteln konnte er auch aufklären, wie der molekulare Mechanismus der kollektiven Zellmigration bei der Schließung von Wunden funktioniert.

Joachim Spatz studierte in Ulm und an der Colorado State University Physik, schloss in Ulm seine Promotion in Makromolekularer Chemie ab und habilitierte sich ebenfalls dort mit einem Thema zur Mechanik von Zellen. Seit 2000 ist er Professor für Biophysikalische Chemie in Heidelberg. 2004 wurde er zum Direktor am Max-Planck-Institut für Metallforschung, dem jetzigen Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme, in Stuttgart berufen. Seit 2008 hat er zudem eine Gastprofessur für Molekulare Zellbiologie am Weizmann-Institut in Rehovot in Israel inne.

Die vollständige Pressemitteilung der DFG finden Sie hier.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Homepage der DFG.