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DGM-Arbeitskreis „Quantitative Gefügeanalyse“ beim IWT Bremen

Stadtrundgang in der Bremer Innenstadt

Wie zum letzten Treffen im November 2013 bei der IABG in Ottobrunn besprochen, fand die Frühjahrssitzung des Arbeitskreises am 15. und 16.5. 2014 im „Stiftung Institut für Werkstofftechnik IWT“, Bremen statt.

Ein herzlicher Dank gebührt Herrn Dr. Juling, der die Veranstaltung hervorragend organisiert hatte. Das Ambiente und die Betreuung waren perfekt, nicht zuletzt dadurch wurden die anstehenden Themen sachlich und fachlich anspruchsvoll diskutiert.

Der fachliche Schwerpunkt des Treffens lag in der Auswertung und Fortführung der begonnenen Aktivitäten der Arbeitsgruppen „Reproduzierbare Mikroskopie“ und „Gussanalyse“. Momentan laufen hier zwei Gemeinschaftsversuche:

1.     Arbeitsgruppe „Reproduzierbare Mikroskopie“ (unter Leitung von Herrn Thieme):

Aufgabenstellung: Jeder Teilnehmer erzeugt Vergleichsbilder von einem Partikelnormal (idealisierte Probe). Dabei sind keine spezifischen Einstellungen für die Bildaufnahme und –speicherung vorgegeben. Ziel ist ein Vergleich der unterschiedlichen Aufnahmesysteme. Die entstandenen Bilder stehen dann für weitere Versuchsreihen, z.B. zur Messung von geometrischen Parametern zur Verfügung.

2.     Arbeitsgruppe „Gussanalyse“ (unter Leitung von Herrn Sonntag):

Aufgabenstellung: Aufnahme von gekennzeichneten Messbereichen zweier Referenzschliffproben. Auch hierbei sind keine spezifischen Einstellungen für die Bildaufnahme und –speicherung vorgegeben. Ziel ist eine Untersuchung bezüglich geeigneter Mikroskopvergrößerungen und Kameraauflösungen. Im Anschluss sollen die erzeugten Bilder ebenfalls für weitere Untersuchungen genutzt werden.

Hierzu erfolgte eine erste Zwischenauswertung. Kritisch anzumerken ist, dass die Versuchsdauer mit den erforderlichen Weiterleitungszeiten von Teilnehmer zu Teilnehmer zu optimistisch eingeschätzt wurde und somit eine finale Auswertung erst zur nächsten Sitzung erfolgen kann.

Passend zur Thematik konnte Herr Weißmüller vom IfEP für einen sehr interessanten Gastvortrag zum Thema: “Eignungsprüfungen und Ringversuche in der Werkstoffprüfung“ gewonnen werden.

Ein weiteres Highlight war ein Institutsrundgang durch die Fachbereiche des IWT. Neben anderem waren insbesondere die Besichtigung der Sprühkompaktieranlage inklusive der Erläuterung der Technologie zum Sprühkompaktieren und zur Metallzerstäubung sowie Beispiele aus der physikalischen und metallographischen Analytik von großem Interesse.

Der Abend des ersten Tages klang aus mit einer durch Herrn Dr. Juling sehr individuell und spannend gehaltenen Führung durch die Bremer Innenstadt und einem anschließenden Abendessen im Restaurant „Comturei“, einem Kellergewölbe in rustikalem Ambiente.

Ein dritter Schwerpunkt war der Komplex: „Teilnehmer stellen sich vor – Wer macht was?“ Hierbei gab es interessante Vorträge, die zur Erhöhung der Transparenz der Aufgabengebiete beitragen und zu Synergieeffekten führen sollen:

 

  • „Der Bereich Werkstofftechnik BMW Berlin“, Frau A. Deichgräber, BMW Group Berlin
  • „Metallographie und Werkstoffanalyse im Berufsbildungszentrum Lette-Verein“, Frau R. Ruhland, Lette-Verein Berlin
  • „Aufgabenspektrum und Gefügeanalyse im Fachbereich 5.1 - Materialographie, Fraktographie und Alterung technischer Werkstoffe“, Herr Dr. A. Kranzmann, BAM Berlin
  • „Aufgabenspektrum und Gefügeanalyse bei GF Automotive“, Herr E. Thomas, Georg Fischer GmbH, Mettmann
  • „Aufgabenspektrum und Gefügeanalyse bei der Robert Bosch GmbH“, Herr R. Larraß, Robert Bosch GmbH Stuttgart

In der abschließenden Diskussion wurden noch einige organisatorische Dinge besprochen, insbesondere zur Fortführung der Ringversuche. Die abschließende Bewertung inklusive Vergabe eines Teilnehmerzertifikats erfolgt bei der nächsten Zusammenkunft. Diesbezüglich gibt es schon erfreulich Konkretes zu berichten: Die Herren Dr. Kranzmann / Dr. Bettge haben sich zur Ausrichtung unserer nächsten Zusammenkunft an der BAM Berlin bereit erklärt. Das Treffen wird am 27. und 28.11.2014 im dortigen Fachbereich 5.1 stattfinden.

Ulrich Sonntag

Leiter DGM-Facharbeitskreis Quantitative Gefügeanalyse