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DGM-Exkursion zu Otto Fuchs: Ein Erfahrungsbericht von Marius Gipperich (Student an der Universität des Saarlandes)

Am Mittwoch, dem 11. September 2013, konnten 15 MatWerker im Rahmen einer Exkursion die Otto Fuchs KG in Meinerzhagen kennenlernen. Der Gruppe gehörten neben dem Geschäftsführenden Vorstandsmitglied Dr.-Ing. Frank O.R. Fischer und zwei weiteren DGM-Mitarbeitern größtenteils Studenten sowie junge Ingenieure von in der Region beheimateten Unternehmen an. Die Teilnehmer bekamen einen Einblick in die von Otto Fuchs verwendeten Werkstoffe sowie die Verfahren und Anlagen, mit denen diese verarbeitet werden.

Seit das Unternehmen im Jahre 1910 in Meinerzhagen gegründet wurde, ist es zu einem wichtigen Zulieferer vor allem in der Luft- und Raumfahrt- sowie der Automobilindustrie, aber auch in der Baubranche geworden. Heute besitzt Otto Fuchs großes Know-how in der Erzeugung und Verarbeitung von Aluminium-, Kupfer-, Magnesium-, Titan- und Nickelbasislegierungen. Die Herstellung der am Ende stehenden Produkte konnte die Besuchergruppe bei einem Betriebsrundgang mit ausführlichen Erläuterungen nachvollziehen. Die Führung übernahmen der Leiter der Personalentwicklung, Dipl.-Ing. Stefan Laartz, und Dr. Witulski aus der Abteilung Schmiedeprodukte und Werkstofftechnologie. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer von der großen Produktpalette und der Tatsache, dass für viele Bauteile, mit denen fast jeder schon einmal in Berührung gekommen ist, „made in Meinerzhagen“ gilt. So stellt Otto Fuchs beispielsweise für Airbus etwa Räder, Teile von Fahrgestellen, große Träger für Flugzeugrümpfe oder auch Fensterrahmen aus Aluminium her.

Noch bekannter ist die Firma Fuchs jedoch vermutlich für die Fuchsfelge, die seit 1967 die Modelle der Baureihe 911 von Porsche ziert. Wie eine Vielzahl anderer exklusiver Felgen wird sie im Gegensatz zu den üblicherweise verwendeten Rädern nicht gegossen, sondern geschmiedet und für Premiumwagen wie die von Rolls Royce, BMW oder Mercedes verwendet. Durch dieses Herstellungsverfahren weist die Felge eine extrem hohe Stabilität, geringeres Gewicht und eine besonders schöne Oberflächenbeschaffenheit auf. Geschmiedet werden diese Felgen auf vollautomatisierten Produktionslinien. Ebenfalls interessant war der Produktionsbereich von Bauteilen für die Luftfahrtindustrie. Die größte Presse des Hauses, die mit 30.000 Tonnen Presskraft beispielsweise Turbinenschaufeln für Flugzeugtriebwerke gesenkschmiedet, begeisterte die Besucher ebenso wie das Zusammenspiel zweier Mitarbeiter beim Umgang mit Presse und Manipulator beim Freihandschmieden oder aber der Blick in die Gießerei und auf die Strangpress- oder Ringwalzanlagen.

Nach dem Mittagessen hatte die Gruppe Zeit zum Austausch untereinander sowie mit Mitarbeitern der Otto Fuchs KG. Zum Abschluss hörten die Teilnehmer einen Vortrag von Dr.-Ing. Klaus Welschof, Leiter des Bereiches Luft- und Raumfahrt, über den Vertrieb sowie die Struktur der Firma, der neben dem Stammwerk in Meinerzhagen noch sieben Tochterfirmen in Deutschland, Ungarn, den USA, Südafrika und China angehören. So beschäftigt das Unternehmen heute weltweit mehr als 9000 Mitarbeiter, befindet sich aber immer noch zu 100 Prozent im Besitz der Familie Fuchs.

Schließlich dankte DGM-Geschäftsführer Frank Fischer den Verantwortlichen im Namen der ganzen Gruppe für den sehr interessanten und kurzweiligen Besuch.