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DGM-Nachwuchsexkursion zur Daimler AG, Ulm

Am 30. November 2016 fand eine DGM-Exkursion für den Nachwuchs zur Besichtigung des Forschungsstandortes der Daimler AG in Ulm statt.

Nach einer ausführlichen Vorstellung der Daimler AG und der Forschungsschwerpunkte und -ziele am Ulmer Standort durch Herrn Dr. Füller, Leiter Kosten, Materialien, Fabrikintegration, wurden die Exkursionsteilnehmer in zwei Gruppen zur Besichtigung ausgewählter Bereiche eingeteilt.

Während der Führung wurde zunächst die Station zur Heißgasprüfung für Abgaskomponenten besichtigt. Durch die sehr detaillierten Erklärungen konnten die Exkursionsteilnehmer eine gute Vorstellung über die Tests einzelner Bauteile unter so motornahen Bedingungen wie möglich bekommen. Diese praktischen Simulationen erlauben es, präzise Ergebnisse erhalten zu können, ohne teure Motorprüfläufe durchführen zu müssen.

An der nächsten Besichtigungsstation wurde ein Einblick in die Tribologie-Optimierung an durch Elektroantriebe geschleppte Verbrennungsmotoren gegeben und das Verfahren erläutert, die Reibung einzelner Bauteile im Motor durch verschiedene Stripstufen zu bestimmen. Dabei wird bei der jeweils höheren Stripstufe eine größere Anzahl an Bauteilen im Motorblock entfernt, wodurch sich Rückschlüsse ziehen lassen, wieviel Reibung jede einzelne Motorenkomponente erzeugt. Außerdem ist es durch den Versuchsaufbau möglich, die Wirkung und den reibungsminimierenden Einfluss verschiedener Hochleistungsöle zu bestimmen.

Die dritte Station der Führung beinhaltete die CFK-Fertigung. Dort konnten die Teilnehmer die Gewichtseinsparung zwischen zwei Reserveradmulden - aus Stahl oder CFK - selbst „erfühlen“ oder Legefehler der Sichtlagen an einer CFK Heckklappe begutachten.

Den Abschluss der vorbereiteten Besichtigungstour bildete ein Demonstrationsversuch am hauseigenen Fallturm. Bei diesem Experiment wurde die Wärmeeinflusszone eines punktgeschweißten Doppel-U-Trägers durch eine 137 kg schwere einseitig geführte „Fallbombe“ aus einer Höhe von 3,27 m geprüft. Anschließend konnten die Teilnehmer die plastische Verformung und das Versagen des Versuchsbauteils selbst begutachten und sich die während des Versuchs gemachten Aufnahmen einer Hochgeschwindigkeitskamera anschauen.

Ungeplantes Highlight der Besichtigung war die zufällige Begegnung mit dem neuen Mercedes-AMG GT, der den Weg unserer Besichtigungsrunde kreuzte und von den Teilnehmern direkt erkannt wurde. Freundlicherweise konnten sich die begeisterten Teilnehmer auch hier ein ganz genaues Bild machen und im Cockpit Platz nehmen.
Auch wenn es leider nicht möglich war, eine Probefahrt mit diesem Sportwagen zu unternehmen, zauberte der Klang des leistungsstarken V8-Motors dem ein oder anderen Teilnehmer ein breites Grinsen ins Gesicht.

Abgeschlossen wurde die Führung durch eine kurze Diskussionsrunde, welche sich allerdings durch die vielfältigen interessanten Fragen der Teilnehmer auf über eine Stunde ausdehnte.