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Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) richtet 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB) ein.

Dies beschloss der zuständige Bewilligungsausschuss auf seiner Herbstsitzung in Bonn. Die neuen SFB werden mit insgesamt 133 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommt eine 22-prozentige Programmpauschale für indirekte Kosten aus den Forschungsprojekten. Sieben der 15 eingerichteten Verbünde sind SFB/Transregio (TRR), die sich auf mehrere antragstellende Forschungsstand¬orte verteilen. Alle neuen Sonderforschungsbereiche werden ab dem 1. Januar 2018 zunächst vier Jahre lang gefördert.

  • Niedertemperaturplasmen sind sowohl wissenschaftlich interessant als auch in den verschiedensten Bereichen der Industrie sowie für medizinische Anwendungen von großer technologischer Bedeutung. Ausschlaggebend dafür sind die besonderen Eigenschaften im Plasma vorkommender Teilchen, die beim Kontakt mit Festkörpern am Plasmarand eine Vielzahl einzigartiger Prozesse und Veränderungen auslösen. Da ein tiefer gehendes Verständnis der Plasma-Festkörper-Wechselwirkung bislang fehlt, erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Plasma- und Festkörperphysik, Chemie und Materialwissenschaften des Sonderforschungsbereichs „Der Plasma-Festkörper-Übergang“ die Grundlagen dieser Wechselwirkung. So wollen sie erstmals das System Plasma-Festkörperoberfläche als eine Einheit untersuchen und damit die komplexe wechselseitige Beeinflussung beider Komponenten erfassen.(Sprecherhochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Sprecher: Prof. Dr. Michael Bonitz)
  • Der Sonderforschungsbereich „Grenzflächenbeeinflusste Mehrfeldprozesse in porösen Medien – Strömung, Transport und Deformation“ hat sich zum Ziel gesetzt, ein grundlegendes Verständnis darüber zu entwickeln, wie Grenzflächen Strömung, Transport und Deformation in porösen Materialien beeinflussen. Dafür soll quantifiziert werden, wie Porengeometrie, Heterogenität und Risse des porösen Materials die Dynamik von Fluid-Fluid- und Fluid-Feststoff-Grenzflächen beeinflussen. Zudem werden mathematische und numerische Modelle entwickelt, die Auswirkungen von Prozessen auf sehr kleinen zeitlichen und räumlichen Skalen einbeziehen. (Sprecherhochschule: Universität Stuttgart, Sprecher: Prof. Dr.-Ing. Rainer Helmig)
  • Der Sonderforschungsbereich/Transregio „Von den Grundlagen der Biofabrikation zu funktionalen Gewebemodellen“ befasst sich mit einem noch jungen Forschungsfeld, bei dem mittels 3-D-Druck Konstrukte entstehen, in denen Zellen und Materialien in gewebeähnlichen Strukturen angeordnet sind. Langfristig könnten damit Gewebemodelle hergestellt werden, die beispielsweise als Tierversuchsersatz dienen könnten. Der SFB/TRR erforscht die Grundlagen der Biofabrikation und untersucht das Verhalten der Zellen während und nach dem Druckprozess. Zudem sollen neue Materialien und Verfahren für den 3-D-Druck von Gewebe entwickelt werden. (Sprecherhochschule: Julius-Maximilians-Universität Würzburg, Sprecher: Prof. Dr. Jürgen Groll; weitere antragstellende Hochschule: Universität Bayreuth, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg)