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Erfolgreiche Gründung des Arbeitskreises „In situ-Prüfung im Rasterelektronenmikroskop“

Am 15.11.2013 wurde der Arbeitskreis „In situ-Prüfung im Rasterelektronenmikroskop“ im Rahmen des DGM/DVM-Gemeinschaftsausschusses „Rasterelektronenmikroskopie in der Materialprüfung“ erfolgreich gegründet.

Der Gemeinschaftsausschuss unter der Leitung von Prof. Pedro Portella vereint bereits zwei Arbeitskreise (AK). Dies ist zum einen der AK zum Thema „Mikrostrukturcharakterisierung“, der seit 2003 sehr erfolgreich unter der Leitung von Dr. Gert Nolze arbeitet. Dieser AK beschäftigt sich insbesondere mit der Anwendung des Rückstreuelektronenbeugungsverfahrens (EBSD) zur Klärung mikrostrukturell relevanter Fragestellungen der Materialprüfung und Werkstofftechnik. Ein zweiter AK mit dem Thema „Fraktographie“ hat unter der Leitung von Dr. Dirk Bettge 2010 seine Arbeit aufgenommen und beschäftigt sich intensiv mit der Untersuchung und Bewertung von Bruchflächen. Die Arbeit dieser beiden Arbeitskreise wird nun durch die Aufnahme der Tätigkeit eines dritten AK zum Thema „In situ-Prüfung“ unter der Leitung von Dr. Anja Weidner (Technische Universität Bergakademie Freiberg) in hervorragender Weise ergänzt.  

Zur Gründungsveranstaltung des AK „In situ-Prüfung“ hatten Prof. Pedro Portella und Frau Dr. Anja Weidner an die Bundesanstalt für Materialforschung und-prüfung (BAM) nach Berlin eingeladen. Der Einladung waren insgesamt 35 Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet gefolgt. Der Teilnehmerkreis umfasste dabei sowohl Mitarbeiter von Universitäten und wissenschaftlichen Institutionen als auch industrielle Partner z.B. aus dem Bereich der Herstellung von in situ-Prüfmodulen.

Nach einer Begrüßung der Teilnehmer durch Herrn Prof. Portella und Frau Dr. Weidner machten die Teilnehmer in einer kurzen Vorstellungsrunde deutlich, welche Erwartungen sie an die Arbeit des AK haben. Daran anschließend wurden die Teilnehmer in drei Impulsvorträgen zu ausgewählten Aspekten der in situ-Prüfung im Rasterelektronen-mikroskop (REM) informiert. Während Frau Dr. Weidner (Freiberg) allgemein auf die Aspekte der in situ-Prüfung im REM einging, berichtete Herr Dr. Höppel (Universität Erlangen-Nürnberg) über die speziellen Möglichkeiten der in situ-Prüfung in einem Großkammer-Rasterelektronenmikroskop. In dem dritten Vortrag ging Herr Dr. Niendorf (Universität Paderborn) speziell auf das Verfahren der digitalen Bildkorrelation im Zusammenhang mit der in situ-Prüfung und den damit verbundenen Möglichkeiten des Informationsgewinns zum Verformungs- und Schädigungsverhalten von Werkstoffen ein.  

Im zweiten Teil der Gründungsveranstaltung diskutierten die Teilnehmer dann wichtige Aspekte zur inhaltlichen und organisatorischen Arbeit des AK. Dabei ging es im Wesentlichen um Ziele und Inhalte des AK, aber auch um Fragen der Organisation, der Öffentlichkeitsarbeit und der Vernetzung mit anderen Arbeitskreisen und Arbeitsgruppen innerhalb und außerhalb von DGM und DVM.

Der AK „In situ-Prüfung im Rasterelektronenmikroskop“ versteht sich als eine Plattform für die Bündelung der vorhandenen Kompetenzen und einen intensiven Erfahrungsaustausch auf dem Gebiet der in situ-Prüfung. Dies schließt insbesondere eine enge Kommunikation zu methodischen, analytischen und gerätetechnischen Problemstellungen ein. Gleichzeitig wird damit eine Brücke zwischen Betreibern von Großkammer-Rasterelektronenmikroskopen und Betreibern klassischer Rasterelektronenmikroskope geschlagen. Darüber hinaus setzt der AK auf eine sehr rege und intensive Zusammenarbeit mit Geräteherstellern, um an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Zielstellung/Messaufgabe und vorhandener Prüftechnik in enger Zusammenarbeit mit den Wissenschaftlern geeignete Lösungsansätze für spezielle Prüfaufgaben erarbeiten zu können.  Ein weiteres, wichtiges Anliegen des AK ist es, Experiment und Simulation miteinander zu verknüpfen und hier auch Kooperationen mit entsprechenden anderen Arbeitskreisen einzugehen.

Der Arbeitskreis wird sich jährlich einmal zu einer 1.5-tägigen Zusammenkunft zu einem ausgewählten Themenschwerpunkt treffen. Frau Dr. Anja Weidner lud alle Teilnehmer der Gründungsveranstaltung für das Frühjahr 2014 zum nächsten Arbeitskreistreffen nach Freiberg an das Institut für Werkstofftechnik der Technischen Universität Bergakademie Freiberg ein. Eine Internetseite, die wesentliche Inhalte und Aspekte der Arbeit des AK zusammenfasst und über Aktivitäten des AK informiert, befindet sich derzeit im Aufbau.

Der DGM/DVM-Gemeinschaftsausschuss „Rasterelektronenmikroskopie in der Materialprüfung“ besteht seit 1971. 2003 übernahm Herr Prof. Portella die Koordination dieses Gemeinschaftsausschusses und setzt sich seither sehr engagiert für die Arbeit der drei genannten AK ein. Mit der erfolgreichen Gründungsveranstaltung des AK „In situ-Prüfung“ ist das AK-Trio nun komplett.

Anja Weidner
TU Bergakademie Freiberg

 

Teilnehmer der Gründungsveranstaltung des AK „In situ-Prüfung im Rasterelektronenmikroskop am 15.11.2013 an der BAM, Berlin