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Erste überregionale Exkursion der Saarbrücker Jung-DGM

Nach zahlreichen Exkursionen zu Firmen aus der Region fand am 28. und 29. April die erste von der Jung-DGM Saarbrücken organisierte Exkursion über die Landesgrenzen hinweg statt. Ziele waren das Max-Planck-Institut für Eisenforschung (MPIE) in Düsseldorf und die Firma Covestro in Leverkusen.

In Kleinbussen ging es am frühen Donnerstagmorgen im Konvoi nach Düsseldorf. Nach einem Mittagssnack erreichten wir pünktlich das MPIE, wo uns Frau Yasmin Ahmed Salem empfing. Los ging es zunächst mit einer allgemeinen Einführung und einigen interessanten Fakten zum MPIE. Anschließend wurde die Gruppe aufgeteilt und vier Doktoranden des MPIE stellten in ihren Laboren ihre Forschungsthemen vor. Nicolas Peter, aus der Arbeitsgruppe von Prof. Gerhard Dehm, berichtete uns von seiner Arbeit, in der es um die Mechanik, Struktur und Chemie von Großwinkel-Korngrenzen in Kupferlegierungen geht, und erklärte dabei die Funktionsweise des CS-korrigierten HR-TEM. Die zweite Station übernahm Emanuel Welsch, der unter Prof. Dierk Raabe promoviert, am REM und stellte seine bisherigen Ergebnisse am REM mittels ECCI-Kontrast vor, womit er unter anderem die Mechanismen der Kaltverfestigung in Manganstählen untersucht. Thomas Utzig, der in der Abteilung Grenzflächenchemie und Oberflächentechnik unter Prof. Neugebauer promoviert, zeigte uns am AFM, wie man es schafft, die Adhäsionskräfte auf molekularer Ebene zu bestimmen und zu verstehen. Zum Thema „Computergestützes Materialdesign“ wusste Jan Janßen zu begeistern. Mit 3D-Brillen ausgestattet zeigte er, wie man Phasenumwandlung im Stahl am Computer besser verstehen kann und lud zu einem Flug mit einer Virtual-Reality Brille durch die Atome ein.

Nach diesen vier Stationen war allen Teilnehmern klar, warum die Forschung am MPIE absolute Weltspitze ist. Mit einer Diskussionsrunde der Saarbrücker Matwerker und den MPIE Doktoranden endete der offizielle Teil des ersten Tages. Dabei wurden viele Themen, wie die Chancen und Möglichkeiten einer Arbeit an einem solch großen Forschungsinstitut oder der persönliche Weg einiger Doktoranden zum MPIE diskutiert. Besonders interessant dabei: Zwei der vier Doktoranden haben in Saarbrücken studiert und konnten daher bestens darüber Auskunft geben, wie ein solcher Wechsel zu bewerkstelligen ist. Dies war besonders für die Masterstudenten unter uns interessant, die demnächst selbst vor der Entscheidung stehen werden, ihren beruflichen Pfad mit einer Promotion oder mit der Arbeit in einem Unternehmen fortzuführen. Abgerundet wurde dieser erste Tag selbstverständlich beim Genuss und der Erkundung lokaler Speisen und Getränke in einer geselligen Runde. 

Am nächsten Morgen ging es in alter Frische weiter nach Leverkusen. Der Besuch der noch jungen und gleichzeitig Knowhow-reichen Firma Covestro (die Covestro AG entstand im September 2015 aus der Bayer MaterialScience AG) am zweiten Tag der Exkursion drehte sich um Polymerwerkstoffe. Ein Laborleiter aus dem Bereich der Lacke und Beschichtungen, Herr Dr. Rolf Roschu, und eine Laborleiterin aus dem Bereich der Polyurethane, Dr. Claudine Schlemmer, stellten uns ihre Arbeit und die Herausforderungen der jeweiligen Technologien vor. Nach einem Mittagssnack ging es mit einer Führung über das Gelände des Chempark Leverkusens, in dem die Covestro AG beheimatet ist und das 480 Hektar (also etwa 670 Fußballfelder) umfasst, weiter. Nach einer Besichtigung des Showrooms der Covestro AG, bei der die Produktvielfalt und die innovativen Erzeugnisse sowie mögliche zukünftige Entwicklungen und Trends erklärt wurden, endete auch der zweite Tag mit einer Fragerunde zu Einstiegsmöglichkeiten und einer Abschlussdiskussion. Dabei wurde einmal mehr deutlich, dass unser Fach noch nicht den notwendigen Bekanntheitsgrad hat, sodass wir auch in eigener Sache etwas Werbung bei dem für das Recruiting verantwortlichen Personaler, Philipp Aschmann, machen konnten. Mit vielen tollen Eindrücken und neuen Kontakten ging es schließlich wieder zurück ins Saarland. Und schon jetzt, nach dem tollen Feedback, ist klar: das wird nicht die letzte Exkursion dieser Art gewesen sein. 

Wir möchten uns an dieser Stelle herzlich für die finanzielle Unterstützung des MPIE und der European School of Materials Science in Saarbrücken, für die Einladungen des MPIE und der Firma Covestro sowie für die Zeit und das Engagement der Mitarbeiter, die uns ihre Arbeit vorgestellt haben, bedanken. 

Jung-DGM Saarbrücken