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Exkursion der Jung-DGM Karlsruhe nach München

In diesem Semester hat die Jung-DGM Karlsruhe einige neue Veranstaltungskonzepte ausprobiert. Neben einem Prof-Stammtisch und -Frühstück, fand vom 5. bis 6. Juli die erste mehrtägige Exkursion der Jung-DGM Karlsruhe in Kooperation mit der Jung-DGM Darmstadt statt.

Mit insgesamt 17 Teilnehmern machten wir uns am Mittwochmorgen auf den Weg nach München um vier spannende Firmen zu besuchen. Unser erster Halt: Die SGL Group in Meitingen. Das Besondere an diesem Verbundstandort: Sowohl beide Geschäftsbereiche des Unternehmens, „Graphite Materials and Systems“ und „Composite – Fibers and Materials“ als auch die Konzernforschung sind hier vertreten. Im hauseigenen Showroom lernten wir viel Interessantes und Neues über die Vielfältigkeit des Werkstoffs Kohlenstoff, von Naturgraphit als Wärmeübertragungsmedium bis hin zu Bremsscheiben aus Carbonfaser-Keramik-Verbundwerkstoff. Im Anschluss durften wir die 2011 in Betrieb genommene Carbonfaser-Pilotanlage besichtigen. Hier können Prozessparameter-Eigenschaftsbeziehungen auf dem Weg vom Polyacrylnitril zur fertigen Carbonfaser in größerem Maßstab untersucht werden. Verschiedene Schritte der Weiterverarbeitung wurden uns im Lightweight and Application Center (LAC) gezeigt. Zusammen mit dem Kunden werden dort Prozessketten von der Faser zum fertigen Bauteil entwickelt und getestet. Fragen waren während der Führung jederzeit willkommen und wurden zahlreich gestellt. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals bei Herrn Steppich und Herrn Schweiss für die tollen Führungen und Frau Subotic für die Organisation bedanken.

Nach einem kurzen Mittagsstopp ging es auch schon weiter zur Fraunhofer-Einrichtung für Gießerei-, Composite- und Verarbeitungstechnik (IGCV) nach Augsburg. Hier erwartete uns zunächst ein weniger materialwissenschaftliches, jedoch nicht minder spannendes Thema: Industrie 4.0. Im Lernlabor lernten wir die Vorteile einer digitalisierten Prozesskette kennen und durften eine Augmented Reality Brille testen. Danach ging es im Additive Manufacturing Laboratory (AMLab) wieder materialwissenschaftlich weiter. Ressourceneffizienz, Designfreiheit und Gewichtsreduktion machen die additive Fertigung, auch als 3D Druck bekannt, nicht nur für die Produktion von Prototypen, sondern auch Kleinserien interessant. Das AMLab beschäftigt sich hauptsächlich mit pulverbettbasierten Fertigungstechniken von Metallen, wie dem Laser- oder Elektronenstrahlschmelzen. Neben der Herstellung von Bauteilen aus einer bestimmten Legierung, wird auch die Verarbeitung verschiedener Legierungen als Komposite erforscht.  Wir bedanken uns für die interessanten Führungen bei Herrn Merkel und Herrn Schlick, sowie für die Organisation bei Frau Saumweber.

Nach einem tollen ersten Exkursionstag ließen wir den Abend in einem Münchner Biergarten ausklingen. Mit dem Thema additive Fertigung starteten wir erneut am Donnerstagmorgen zu Besuch bei der EOS GmbH Electro Optical Systems in Krailling. Als Pionier auf dem Gebiet der additiven Fertigung, sowohl im Bereich Polymere als auch Metalle, beschäftigt sich das Unternehmen neben der Anlagen- auch mit der Prozessentwicklung. Im Showroom konnten wir die verschiedenen Systeme live und in Aktion erleben. Bei den anschließenden Vorträgen aus den Bereichen Werkstoffentwicklung Polymer bzw. Metall, konnten wir alle unsere materialwissenschaftlichen Fragen zum additiven Fertigungsprozess loswerden. Es wurde auch deutlich, dass der Bereich der additiven Fertigung noch ein sehr junges Forschungsgebiet ist und es noch viel Entwicklungspotential gibt. Vielen Dank an Frau Lippert und die Vortragenden für die tolle Organisation.

Als letzte Station auf unserem Exkursionsprogramm stand der Forschungsstandort von Airbus in Ottobrunn. Die angehenden Materialwissenschaftler und Werkstofftechniker konnten sich einen Überblick über neueste Entwicklungen im Bereich der Materialtechnologien bei Airbus verschaffen. Die Besichtigung der Labore gab den Studenten einen Einblick in die Themen Additive Fertigung, Oberflächentechnik, Verarbeitung und Testen von Faserverbundwerkstoffen. Es wurde vereinbart auch zukünftig einen intensiven Austausch zu pflegen, z.B. Studentische Arbeiten, Weiterbildung etc. Wir bedanken uns für die großartige Organisation durch Frau Schefer und Dr. Weimer und die spannenden Führungen durch Herrn Breu und Herrn Wehr.

Die Exkursion war ein voller Erfolg und wir hoffen bald die nächste mehrtägige Exkursion anbieten zu können. An alle Teilnehmer: Es hat sehr viel Spaß mit euch gemacht!

Eure Jung-DGM Karlsruhe