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Exkursion der Jung-DGM Saarbrücken zur Firma Villeroy & Boch in Mettlach

Die Jung-DGM Saarbrücken hatte am Dienstag, 29.10.2013, die Gelegenheit, das saarländische Traditionsunternehmen Villeroy & Boch  (V&B) in Mettlach zu besuchen. Am dortigen Hauptsitz von V&B ergab sich die Möglichkeit die Produktion der Sanitärprodukte zu besichtigen sowie interessante Informationen über fachliche Aspekte sowie die Karrieremöglichkeiten innerhalb des Unternehmens zu erhalten.

14 Personen, mit freundlicher Begleitung der Kontaktstelle für Wissenschafts- und Technologietransfer der Universität des Saarlandes, welche sich maßgeblich an der Organisation beteiligt hat, machten sich früh morgens mit der Bahn auf den Weg nach Mettlach, so dass um 9 Uhr die eigentliche Exkursion durch einen erfahrenen Begleiter (Herrn Rauch) von V&B eröffnet werden konnte. Bei einer theoretischen Einführung in die Grundlagen der Keramik-Herstellung konnten schon früh Fragen und Erfahrungen, insbesondere auch auf der fachlichen Werkstoff-Ebene, die einen Schwerpunkt darstellen sollte, ausgetauscht werden. Unterstützend wurde, erstmals für derartige Führungen, vom Unternehmen ein Ingenieur aus der Werkstoffentwicklung (Herr Stutz) für konkretere Fachfragen sowie Einblicke in die konkreten Arbeitsthemen eines Werkstoffingenieurs für die gesamte Exkursion zur Verfügung gestellt. Die Studenten konnten hier in direkte Berührung mit den Rohstoffen der keramischen Herstellung kommen, welche allesamt Naturstoffe darstellen. Grundsätzlich kommen hier Glasbildner (Feldspat, Quarz) und Kristallbildner (Kaolin, Ton) zum Einsatz.

Zur Fachführung wurde die ohnehin schon kleine Gruppe geteilt und mit jeweils zusätzlich einem Fachmann in die Produktionshallen für Sanitärkeramiken begleitet. Beginnend beim endgültigen Anrühren der Schlickermasse, über die Einführung derselben in entsprechende Kunststoffformen zur Einformung der Keramik, dem Brennen in entsprechenden Öfen sowie dem Auftrag der Glasur als fertige Oberflächengüte konnten alle Produktionsschritte am Beispiel einer Toilette anschaulich begutachtet werden. Auch direkte Fragen an Produktionsmitarbeiter wurden gerne und unkompliziert beantwortet. Desweiteren gab V&B Einblick in die Prüfmethoden zur mechanischen Qualitätsprüfung sowie die im Bereich Sanitär zur Verfügung stehenden Farbenauswahl. Die Individualisierung der Produkte zeigte sich weiterhin in den zur Verfügung stehenden Oberflächen-Glasuren, welche bis hin zu Gold- und Platinmuster-Überzügen reichte. Aufgefallen ist die Sauberkeit innerhalb der Produktionshallen, welche im Vergleich zu metallherstellenden Unternehmen unmittelbar ersichtlich war.

Frau Thilmann, Frau Lehnhoff aus der Personalentwicklung sowie Frau Engel, eine frisch angestellte Jung-Ingenieurin, begrüßten alle Teilnehmer im Anschluss an die Führung durch die Produktionsstätten in der „Akademie“, dem Verwaltungsgebäude der alten Abtei in Mettlach, um das Unternehmen mit seinen Karrieremöglichkeiten vorzustellen. V&B wurde als internationaler Konzern mit vielen Produktionsstandorten weltweit eingeführt.

Einstiegsmöglichkeiten für Studenten sind, nach Möglichkeit, mehrmonatige Praktika und Abschlussarbeiten. Ein Angebot für Hochschulabsolventen stellt das dreijährige Junioren-Programm von V&B dar, welches einen ausführlichen Einblick in das gesamte Unternehmen beinhaltet. Mit Nachdruck betont wurde das selbsterklärte Ziel des Unternehmens, Trends aktiv setzen zu wollen, anstatt diese von außen zu übernehmen. Interessant für Studenten waren die Tipps zur Bewerbung sowie das Kennenlernen konkreter bei V&B ablaufender Auswahlprozesse und -kriterien für Bewerber.

Herr Stutz gab schließlich einen generellen Überblick über die Einsatzorte und Möglichkeiten für Jung-Ingenieure. Mögliche Arbeitsorte für Werkstoffingenieure bei V&B ergeben sind prinzipiell in der keramischen Werkstoffentwicklung und der technischen Produktentwicklung sowie an der Schnittstelle zum bzw. vollständig im kaufmännischen Bereich. Konkret wurden die Themen Oberflächenoptimierung, Kunststoffformen, Verbundwerkstoffe, Werkstoffprüfung und Holz genannt.

Ein erstes besonderes Augenmerk auf die Tischkultur konnte von Seiten der Studenten beim Mittagessen gerichtet werden, welches freundlicherweise zur Stärkung serviert wurde. Außerdem standen die Mitarbeiter von V&B dabei in lockerer Atmosphäre zum Erfahrungsaustausch zur Verfügung. Die anschließend versehentlich zu Bruch gegangen Teller waren Anlass zu weiterführenden interessanten Diskussionen über Bruchflächen, -gefüge, zukünftige Entwicklungen und bisher ungelöste Entwicklungsmöglichkeiten von Keramiken, die die Arbeit für zukünftige MatWerker (Ingenieure der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik) stets ausfüllen und bereichern werden.

Premium-Anspruch und Umsetzung der Produktqualität und -entwicklung sowie die sehr traditionsbewusste, jedoch umso modernere Grundlage des Unternehmens waren während der Exkursion spürbar und konnten die Teilnehmer überzeugen. Zum Schluss des Tages wurde vereinbart, dass eine speziell abgestimmte Nachfolgeführung nur durch die Abteilung der Werkstoffentwicklung durchgeführt werden kann. Dieses Angebot wird die Jung-DGM Saarbrücken sehr gerne annehmen.

Die Jung-DGM Saarbrücken bedankt sich herzlich für die Möglichkeit das Unternehmen Villeroy & Boch besuchen zu können und sieht den Austausch sowie eine Unterstützung der Gruppe durch V&B als eine große Bereicherung an.

Jung-DGM Saarbrücken