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Exkursion Fachschaft Materialwissenschaft / Physik Uni Jena nach Darmstadt, Hanau, Frankfurt

Am 19. und 20.Mai 2014 fand eine Exkursion des Fachschaftsrat MatWerk/ Physik der Friedrich-Schiller-Universität Jena nach Darmstadt, Hanau und Frankfurt statt. Gemeinsam besuchten interessierte Materialwissenschafts-und Physikstudenten MatWerk-Firmen im Raum Frankfurt am Main.

Am ersten Tag wurde die GSI in Darmstadt besichtigt. Glücklicherweise war dabei die Anlage nicht in Betrieb, wodurch die Besichtigung der Teilchenbeschleuniger aus nächster Nähe erfolgen konnte. Dabei beeindruckte vor allem die Dimension der Anlage.

Als zweiter Tageshöhepunkt stand eine Besichtigung beim ESOC in Darmstadt – dem Kontrollzentrum der ESA – auf dem Programm. Dort konnten die Studierenden einen interessanten Einblick in die vielfältigen Problemstellungen bei der Steuerung von Satelliten bekommen. Beeindruckend waren dort besonders die gezeigten Modelle von Satelliten und der Ariane 5 Trägerrakete, sowie die dazu gegebenen Informationen. Außerdem konnte man einen Eindruck von dem Kontrollraum bekommen, den man sonst nur aus dem Fernsehen kennt.

Abgerundet wurde der erste Tag durch einen Besuch der Aussichtsplattform des Maintowers. Die gute Sicht ließ einen Blick über Frankfurt und das ganze Umland zu.

Am zweiten Tag besichtigten alle die Evonik Industries AG in Hanau. Dort wurde in kurzer Zeit ein Einblick in die vielfältigen Verfahren der Stoffverflüssigung und Verfestigung gegeben. Dies ist z.B. für den Transport von Blausäure entscheidend, da ein Transport als Gas oder Flüssigkeit nicht erlaubt ist.

In einem kurzen Anschnitt der Forschungsergebnisse Evoniks wurde die alltäglich gegenwertige reflektierende weiße Spurmarkierung auf Deutschlands Straßen genannt.

Danach ging es weiter in die Experimentierhalle am Fachbereich Physik der Goethe-Universität Frankfurt. Diese teilt sich auf zwei Institute auf: das Institut für Kernphysik und das Institut für Angewandte Physik.

Im Bereich der Kernphysik werden mit Hilfe von Beschleunigern, Lasern und selbst entwickelten Diagnose- und Messsystemen vor allem die Struktur und das Verhalten von Atomen und Molekülen untersucht.

Auf der Seite der Angewandten Physik gibt es zwei wesentliche Bereiche zu erkunden: Zum einen werden unterschiedliche Beschleunigertypen und -komponenten vor allem für Forschungseinrichtungen, aber auch für Industrie und Medizin auf der ganzen Welt entwickelt, zum anderen befindet sich ein Großexperiment zur Nuklearen Astrophysik im Aufbau, deren Komponenten von der Ionenquelle über Transportsysteme, Beschleuniger, Targets bis hin zu Diagnostik und Auswertung alles vor Ort entwickelt wird.

In der Führung konnte ein guter Überblick über die einzelnen Forschungs- und Entwicklungsbereiche der beiden Institute gewonnen werden, bei dem auch zahlreiche Fragen beantwortet wurden. Es war ein interessanter und informativer Einblick in die vielfältigen Tätigkeiten, der dankenswerterweise auch auf Englisch stattfinden konnte, sodass auch unsere internationalen Teilnehmer alles verstehen konnten.

 

Am meisten wird den Teilnehmern der Exkursion die Besichtigung der Firma Continental in Frankfurt in Erinnerung bleiben. Dort wurde durch einen kurzen Vortrag die Geschichte der Firma mit ihrem rasanten Wachstum erklärt. Anschließend nahm sich der Werksleiter persönlich Zeit, um die Gruppe durch die Produktionshallen zu führen. Dabei konnte ein umfangreicher Einblick in die Produktion von Sicherheitssystemen (z.B. ABS, ESP) für die Automobilindustrie gewonnen werden. Abgerundet wurde diese Besichtigung durch eine Vorführung der Sicherheitssysteme in verschiedenen Automobilen auf der hauseigenen Teststrecke. Dabei wurde von erfahrenen Testpiloten unter anderem eine Vollbremsung auf einer zweigeteilten Fahrbahn demonstriert (Asphalt/künstliche Eisfläche). Durch die unterschiedlichen Gleitreibungskoeffizienten würde jedes Fahrzeug ins Schleudern geraten. Dies wurde jedoch durch die eingebauten elektronischen Fahrhilfen verhindert. Im Anschluss konnten sich die Teilnehmer selbst mit in die Fahrzeuge setzen. Dabei war das phänomenalste Erlebnis wohl die Testfahrt in einem Ford, bei dem bewusst auf alle elektronischen Fahrsicherheitssysteme verzichtet wurde. Der Wagen wurde somit kontrolliert ins Schleudern versetzt, was den zuvor eingeweihten Insassen statt eines erschreckten Aufschreis ein freudiges Grinsen auf die Lippen zauberte.

Auf der Heimfahrt wurde die Exkursion mit den Teilnehmern ausgewertet. Dabei gab es ausschließlich positives Feedback.

Die Fachschaft Materialwissenschaft/Physik möchte sich nochmals sehr bei der DGM für die finanzielle Unterstützung der Exkursion bedanken.