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„Für meine Karriere war die DGM zentral.“ MPG-Präsident Martin Stratmann im Gespräch

MPG-Präsident Prof. Dr. Martin Stratmann

Herr Stratmann, welche Rolle hatte der Masing-Gedächtnispreis der DGM für Sie?

Stratmann: Wegen meiner namhaften Vorgänger war der Masing-Gedächtnispreis der DGM für mich schon damals ein Preis von hoher Symbolkraft und von hoher Bedeutung in der Welt der Werkstoffwissenschaften. Und es war der erste wichtige Preis, den ich damals erhalten habe. Deshalb habe ich mich erst einmal riesig über ihn gefreut.

Aber auch für meine Karriere war der Masing-Gedächtnispreis wichtig. Weil ich dadurch zum ersten Mal in der Fachwelt so richtig sichtbar geworden bin. Kurz darauf habe ich dann ja auch die ersten Rufe an Universitäten erhalten.

Welche Rolle spielte die DGM generell für Sie?

Stratmann: Die DGM war die Gesellschaft, die mich überhaupt erst motiviert hat, in die Materialforschung hineinzugehen und dort auch Karriere zu machen. Für mich war die DGM die Organisation, die die herausragenden Konferenzen organisiert und hervorragende Arbeitskreise hervorgebracht hat. Das war das Wasser, in dem man schwamm.

Gerade die Max-Planck-Institute etwa für Metall- oder Eisenforschung sind ja in der DGM seit jeher stark vertreten. Das ist bis heute ein Kreis herausragender Wissenschaftler, der sich in der DGM beheimatet fühlt.

Warum sollten jungen Menschen Materialwissenschaft und Werkstofftechnik studieren?

Stratmann: Wir leben in einer Zeit, in der Materialien unseren Alltag bestimmen. Ständig entstehen neue Werkstoffe mit herausragenden Funktionseigenschaften – oder solche, die sich sogar selbst heilen und reparieren können. In diesem Sinne ist die Materialforschung heute immer noch eine Schlüsseltechnik, die letztlich alles andere bestimmt.

Und welche Rolle kann die DGM heute für den Nachwuchs spielen?

Stratmann: Ich denke, dass sich da seit meinen Anfängen nichts geändert hat. Nach wie vor ist die DGM die führende Wissenschaftsorganisation auf dem Gebiet der Materialwissenschaft und Werkstofftechnik in Deutschland. Sie bringt Menschen etwa in Ausschüssen, auf Konferenzen oder in Workshops zusammen. In Zeiten, in denen Materialforschung nicht mehr allein an großen Instituten entsteht, ist dieser Austausch vor allem auch für junge Menschen besonders wichtig.

Dieser Austausch passiert im Rahmen der DGM. Und es passiert meines Erachtens sehr gut. Die DGM bietet das inspirierende Umfeld, das junge Menschen brauchen und das ihnen auch zeigt, welche Vielfalt in der Materialforschung heute steckt.

 

Vielen Dank für das Gespräch

DGM-Presse

 

Prof. Dr. Martin Stratmann war Direktor am Max-Planck-Institut für Eisenforschung in Düsseldorf, bevor er Mitte 2014 Präsident der Max-Planck-Gesellschaft (MPG) wurde. Als junger Wissenschaftler erhielt er 1989 den Masing-Gedächtnispreis, der jährlich die beste metallkundliche Leistung eines Nachwuchsforschers prämiert, der Mitglied der DGM ist.