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Gleich zwei Humboldt-Stipendiatinnen forschen am INM

Mit dem Humboldt‐Forschungsstipendium ermöglicht die Alexander von Humboldt‐Stiftung herausragend qualifizierten Nachwuchsforschenden aus der ganzen Welt, ihre Projekte in Deutschland zu verwirklichen. Das INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien hat aktuell gleich zwei Humboldt-Stipendiatinnen zu Gast, die ihr persönliches Forschungsvorhaben in Kooperation mit INM-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftlern durchführen.

 

Seit dem 1. Dezember forscht Dr. Xuan Zhang mit Förderung durch die Humboldt-Stiftung am Saarbrücker Leibniz-Institut. Zhang studierte an der Tsinghua University in Peking Maschinenbau, wo sie 2018 promovierte. Unter der Anleitung von Prof. Eduard Arzt, Leiter des Programmbereichs „Funktionelle Mikrostrukturen“ und Vorsitzender der Geschäftsführung des INM, wird sie sich in den kommenden zwei Jahren der Forschung an sogenannten Metamaterialien widmen. Diese Materialien besitzen eine definierte Mikrostruktur und ermöglichen dadurch neue mechanische Eigenschaften, die auch neue Anwendungsmöglichkeiten erlauben. Hergestellt werden sie am 3D-Drucker. Das Design wird zuvor mittels computerbasierten Simulationen entwickelt. Solche Metamaterialien werden beispielsweise in Haftsystemen eingesetzt, wobei die Mikrostruktur das An- und Ausschalten der Haftung ermöglicht.

Dr. Gülistan Koçer ist Ingenieurin für Chemie- und Biomedizintechnik. Sie studierte zunächst in der Türkei und in Dänemark und promovierte 2018 an der niederländischen Universität Twente. Koçer arbeitet an einem Thema, das uns alle betreffen könnte: Bei einem Herzinfarkt sterben Herzmuskelzellen ab, das Gewebe vernarbt und die Pumpleistung des Herzens nimmt ab. Die Stipendiatin forscht in ihrem Projekt an der Entwicklung eines speziellen 3D-Materials, das die Ausbreitung und Reifung von Herzmuskelzellen unterstützen und damit die Leistung des Herzens wieder erhöhen soll. Betreut wird sie dabei von ihrer Gastgeberin Professorin Aránzazu del Campo, Leiterin des Programmbereichs „Dynamische Biomaterialien“ und wissenschaftliche Geschäftsführerin am INM.

Arzt und del Campo sind sich einig: „Dass die beiden jungen Wissenschaftlerinnen sich bei der Wahl ihres Gastinstituts für das INM entschieden haben, freut uns sehr. Es zeigt, dass das Institut gerade auch bei Nachwuchsforschenden hohes wissenschaftliches Ansehen genießt.“

 

(Quelle: Leibniz INM)