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Grußwort der DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft e.V.) zum 100-jährigen Jubiläum vom Präsidenten, Prof. Dr. Peter Strohschneider

Das 100-jährige Bestehen der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) ist Anlass zur Gratulation und Grund zur Freude. Ihr Traditionsreichtum ist inspirierendes Vorbild zahlreicher technisch-wissenschaftlicher Vereinigungen in Deutschland und der Welt.

Die Einsicht in den wirtschaftlichen Umgang mit Rohstoffen gehört dabei ebenso zu ihren Gründungsfiguren wie das vertiefte Bewusstsein von der Bedeutung einer Wissenschaftsbasierten Materialkunde. Diesem doppelten Begründungsanspruch ist die DGM bis heute verpflichtet. Sie löst ihn ein, indem neue Erkenntnisse auf den Gebieten der Physik und der Chemie der Werkstoffe erarbeitet und innovativ zusammengeführt werden. Darin bekundet sich ein Forschungsansatz, der über die Qualität der Partikularerkenntnisse hinaus auch interdisziplinären Überlegungen Raum gibt. Denn neue Einsichten in materialkundliche Zusammenhänge bedürfen zunächst offen zugänglicher Daten zahlreicher Disziplinen. Mit diesem Ansatz versteht sich die DGM als Drehscheibe des Erkenntnistransfers zwischen den Natur- und den Ingenieurwissenschaften sowie zwischen erkenntnisorientierter Forschung und den Anwendungsbelangen der Industrie.

In organisatorisch fein abgestimmten Verfahren realisieren sich diese grundsätzlichen Überlegungen. Der produktive Austausch von Mitgliedern aus den Wissenschaften und der Unternehmen geschieht in den zahlreichen Fachausschüssen, sowie auf fachlich einschlägigen Tagungen und Fortbildungen. Dieser Ideentransfer ist Sinnbild für das Handeln der DGM; seine maßgeblichen Impulse strahlen weit über die Materialkunde hinaus.

Für diese Werte stand die DGM im zurückliegenden Jahrhundert. Und so wird es auch in den kommenden 100 Jahren sein. Das jedenfalls ist der wichtigste Wunsch, den ich mir zu Ihrem Geburtstag denken kann. Um ihn wahr werden zu lassen, lohnt sich jede und aller Anstrengung!

Peter Strohschneider, Präsident