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Grußwort der DGKK (Deutsche Gesellschaft für Kristallwachstum und Kristallzüchtung) zum 100-jährigen Jubiläum vom Vorsitzenden, Dr. Wolfram Müller

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen !

Vor 100 Jahren wurde die ,,Gesellschaft für Metallkunde" gegründet und sie entwickelte sich schnell zu einem maßgeblichen Forum des Erfahrungsaustausches auf dem Gebiet. Trotz der schwierigen Zeiten konnte die DGM nach dem zweiten Weltkrieg ihre Arbeit aufnehmen und ausbauen. Konsequenterweise wurde aus ,,Metallkunde" ,,Materialkunde" und die DGM engagierte sich frühzeitig in neuen Themen.

Im Namen der DGKK und ihrer Mitglieder gratuliere ich ganz herzlich zu 100 Jahre DGM und den erreichten Erfolgen für die Materialkunde.

Die DGKK kann nur auf eine deutlich kürzere Vergangenheit zurückschauen - die Bedeutung von Einkristallen kam erst mit der Entdeckung des Transistors. Die Entdeckung eines heutzutage bedeutenden Kristallzüchtungsverfahren fällt allerdings in die Gründungszeit der DGM und resultierte aus der Metallurgie. Jan Czochralski war bei den AEG-Kabelwerken in Berlin mit Untersuchungen zur Wachstumsgeschwindigkeit bei Metallerstarrungen beschäftigt und fand eher durch Zufall, wie man einen Einkristall aus einer Zinnschmelze zieht. Das war 1916, auch wenn der Artikel erst im Band 92 (1918) der Zeitschrift für Physikalische Chemie erschien. Das Czochralski-Verfahren ist sowohl in der Materialforschung als auch großtechnisch eines der wichtigsten Züchtungsverfahren.

Die Interdisziplinarität der Materialwissenschaften hat im digitalen Zeitalter weiter zugenommen und wir wünschen der DGM weiterhin Erfolg in der Nachwuchsarbeit, der Vernetzung und der Interessenvertretung unseres Fachgebietes. Die DGKK befindet sich hier im Umfeld der (ein)kristallinen Materialien (vor allem Halbleiter und Dielektrika) und wir freuen uns, die Zusammenarbeit in den weiteren Lebensjahren der DGM fortzuführen !

Herzliche Grüße

Vorsitzender
Dr. Wolfram Miller