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Kindheitstraum – Mein Forschungsaufenthalt am MIT (von Sarah Fischer)

Unser Physikklassenraum in der Schule lieferte kaum Ablenkung für wissenshungrige Kinderaugen, mit einer Ausnahme:  bunte Poster an den Wänden, die die jährlichen Physik-Nobelpreisträger und ihre Erkenntnisse vorstellen. Beim Überfliegen der faszinierenden und bahnbrechenden Entdeckungen dieser Wissenschaftler fiel eine Universität besonders auf, da sie bei nahezu jedem Preisträger aufgeführt war: das MIT (Anm. der Redaktion: Massachusetts Institute of Technology). Wahnsinn, muss das eine unglaublich gute Universität sein, dachte ich mir damals. Was wäre das eine Ehre, dort auch mal zu studieren… Und so entstand langsam ein Kindheitstraum in dem Physikklassensaal, der mich bis zum Abitur begleitete.

Und nun, ein paar Jahre später, bin ich tatsächlich hier in Boston am MIT. Es ist zwar größer und monumentaler als meine Heimatuniversität, aber trotzdem müssen die Leute genau wie bei uns auch erst einmal studieren und Vorlesungen hören, bevor sie tolle Sachen entdecken und Nobelpreise verliehen bekommen. 

Während meines sechsmonatigen Forschungsaufenthalts hier habe ich die Gelegenheit, in einem ausgezeichneten, sehr multidisziplinär ausgerichteten Labor den experimentellen Teil meiner Masterarbeit durchzuführen. Dies ist eine Kooperation zwischen dem Leibniz Institut für Neue Materialien in Saarbrücken und dem KarpLaboratory for Advanced Biomaterials and Stem-Cell-Based Therapeutics in Boston, welches zur Harvard-MIT Health Sciences and Technology Division gehört. 

Das Projekt beschäftigt sich mit verschiedenen bioinspirierten Ansätzen zu Haftstrukturen, die potentiell in der Medizin zum Wundverschluss angewendet werden könnten. Viele Lebewesen in der Natur haben herausragende Techniken entwickelt, um an verschiedensten Oberflächen zu haften, und liefern daher viel Inspiration für solche Systeme. Im Rahmen des Projektes  sollen Alternativen zum Nähen oder Tackern erforscht werden, die möglichst wenig Eingriff in das Gewebe erfordern und trotzdem guten Halt sowie möglichst schnelle Regeneration der Wunde gewährleisten.

Der Aufenthalt in Boston ist zugleich meine weiteste Reise bisher und mein erster Aufenthalt in den U.S.A. Ich freue mich deshalb in den sechs Monaten neben interessanter Forschung  auch auf das Erkunden der schönen Landschaft in New England und Umgebung. Boston an sich ist schon eine schöne Stadt mit seinen vielen Parks des sogenannten „Emerald Necklace“, dem Charles River und den Inseln des Naturreservats Boston Harbour unmittelbar vor der Küste. Außerdem ist New York City nicht weit entfernt, und auch die umwerfenden Niagara Fälle würde ich gerne während eines Wochenendausflugs besuchen.

Ich freue mich auf spannende und ereignisreiche sechs Monate in der amerikanischen Universitätsstadt schlechthin!

Sarah Fischer

 

… und die DGM

 

Die DGM begleitet mich im Grunde seit Anfang meines Studiums. Durch das erste Nachwuchsforum habe ich aber erst begonnen, mich aktiv im Bereich der Nachwuchsförderung zu engagieren. Zusammen mit Kommilitonen beschlossen wir, mit den dort entstandenen Ideen und Entwürfen, an unserer Universität die erste lokale DGM Nachwuchsgruppe, die Jung-DGM Saarbrücken zu gründen und mit Leben zu füllen. Zusammen mit der DGM organisieren wir interessante Aktivitäten sowohl fachliche als auch Sozialkompetenz fördernde Aktivitäten, da wir möchten, dass alle Studenten und Doktoranden über die Vorzüge informiert sind, die die DGM für den Nachwuchs bietet, und auch die Möglichkeit bekommen, daran teilzunehmen. Im Zuge dessen haben wir auch eine Stimme im Ausbildungsausschuss, der sich um wichtige Entscheidungen kümmert, die mit den Nachwuchswissenschaftlern zusammenhängen und Konferenzen wie das Nachwuchsforum plant. Eines unserer Mitglieder wurde sogar aktuell in den Vorstand der DGM gewählt, um dort dem Nachwuchs eine Stimme zu geben.