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Liebe Mitglieder und Freunde der DGM, liebe Leserinnen und Leser,

nicht ohne Grund versteht die DGM das System ihrer Fach- und Gemeinschaftsausschüsse als ihr „Rückgrat“. Darunter sind einige „Supertanker“ wie der Fachausschuss „Materialographie“ mit über 500 Mitgliedern. Kleinere Ausschüsse haben jedoch nicht weniger Bedeutung, denkt man an den ältesten ohne Unterbrechung seit 1948 bestehenden Gemeinschaftsausschuss „Pulvermetallurgie“.

Angesichts des breiten Spektrums der Ausschüsse würden die Gründungsväter der DGM nach 100 Jahren nicht schlecht staunen, vor allem, was die in den Ausschüssen „ihrer“ Gesellschaft behandelte Vielfalt der Materialien betrifft. Vielleicht hätten sie die Existenz von Ausschüssen wie „Titan“ oder „Magnesium“ erwartet – doch wie kam es zu der Entscheidung, Ausschüsse für „Polymerwerkstoffe“ und sogar „Bioinspirierte und Interaktive Materialien“ zu gründen?

Tatsächlich zeigte sich die DGM angesichts der technisch-wissenschaftlichen Herausforderungen ab Mitte der 1980er Jahre überaus anpassungsfähig. Es ist nicht übertrieben, diese Phase als eine der für das Überleben der DGM entscheidende Wende zu verstehen. Denn Wolfgang Hansen und Hellmut Fischmeister hatten die Zeichen der Zeit erkannt und definierten 1987 in Saarbrücken das „zukünftige Arbeitsgebiet“ der DGM:

„Zu dem traditionellen Tätigkeitsfeld der DGM, nämlich der Wissenschaft und Technologie der Metalle – insbesondere der Nichteisen-Metalle – sind im Lauf der Jahre weitere getreten, wie z. B. die Bearbeitung von Fragen bei Verbundwerkstoffen und Werkstoffen der Ingenieur-Keramik. Parallel hierzu steigt die Zahl der Mitglieder, in deren Berufstätigkeit mehrere Werkstoffgruppen gleichen oder ähnlichen Rang haben. Die Werkstoffauswahl für moderne Produkte erfordert in vielen Industriezweigen gleichrangige Beachtung metallischer und nicht-metallischer Werkstoffe: Metalle werden zunehmend durch Polymerwerkstoffe oder Keramik substituiert oder mit ihnen kombiniert.“

Auf diese Erkenntnis wird die DGM auch in weiterer Zukunft gut bauen können. Und sicher wird noch mancher Fach- und Gemeinschaftsausschuss entstehen, der der weiteren Entwicklung unseres Fachgebiets Rechnung trägt.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende und fruchtbare Lektüre unseres Newsletters.

Ihr
Prof. Dr. rer. nat. Helmut Maier
Ruhr-Universität Bochum
Leiter DGM-Fachausschuss Geschichte