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Nicola Baumann will doch nicht als erste deutsche Frau ins All

Sie hatte sich gegen 400 Mitbewerberinnen durchgesetzt, jetzt schmeißt sie hin: Nicola Baumann steigt nach Informationen des SPIEGEL aus dem Programm "Die Astronautin" aus. Nun soll eine andere Frau für den Flug zur ISS trainieren.

Sie hatte stundenlang Tests am Computer gelöst, in Rollenspielen gezeigt, dass sie teamfähig ist, Blut-, Urin- und Ultraschalluntersuchungen über sich ergehen lassen und erste Parabelflüge in Russland überstanden. Und jetzt steigt sie aus. Die Eurofighter-Pilotin Nicola Baumann ist nicht mehr Kandidatin der Initiative "Die Astronautin". Das sagte Claudia Kessler, die Gründerin der Initiative, dem SPIEGEL.

Baumann war im April zusammen mit Insa Thiele-Eich zur Siegerin eines einjährigen Auswahlverfahrens für eine Forschungsmission zur Internationalen Raumstation ISS gekürt worden und nahm seither - neben ihrem Job -an einem Astronautentraining teil.

"Ich möchte weiterhin Astronautin werden, aber dieser Weg ist einfach nicht der richtige für mich", sagte Baumann dem SPIEGEL. "Die Initiative und ich passen nicht zusammen. Aber es gibt ja zum Glück viele kommerzielle und staatliche Alternativen, und da ich nun schon einmal eine Auswahl bestanden habe und auch das Training bislang sehr gut gelaufen ist, bin ich optimistisch, dass ich den richtigen Weg ins All für mich finden werde."

Ziel der Initiative "Die Astronautin" ist es, 2020 die erste deutsche Frau ins All zu schicken. Kessler ist zuversichtlich, dass dieser Zeitplan trotz des Ausscheidens von Baumann noch eingehalten werden kann. "Wir hatten ja noch vier weitere Frauen in der Endauswahl, von denen wird nun eine nachrücken." Eine Auswahlkommission habe schon getagt, die neue Kandidatin werde voraussichtlich im Januar präsentiert.

Weitere Informationen dazu: Spiegel