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Weiterer EU-Förderpreis für Leobener Materialwissenschafter Eckert

Leoben (APA) - Einen weiteren EU-Forschungspreis erhält der in Leoben forschende Werkstoffwissenschafter Jürgen Eckert. Dem Direktor des Erich-Schmid-Instituts für Materialwissenschaft der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) wurde der "Proof of Concept"-Grant (Förderpreis, Anm.) des Europäischen Forschungsrats (ERC) zugesprochen.

Eckert hat bereits 2013 den hoch dotierten "Advanced Grant" des ERC bekommen. Wie die ÖAW mitteilte, wird Eckert nun für seine Arbeiten im Bereich der Dünnschichtmetallgläser mit dem ERC-Grant ausgezeichnet. Mit den damit verbundenen 150.000 Euro will der Forscher das Potenzial der metallischen Gläser als neuartige beständige und schützende Beschichtungsmaterialien weiter erkunden.

Anders als herkömmliche keramische Hartbeschichtungen zeichnen sich die Dünnschichtmetallgläser durch hohe Härte, gute elastische Eigenschaften und hohe Widerstandsfähigkeit gegen Verschleiß, mechanischen Abrieb und Oxidation aus. Die Technologie soll für die industrielle Anwendung weiterentwickelt werden.

Forscher aus Großbritannien am erfolgreichsten

In der ersten Vergaberunde dieses Jahres kamen insgesamt 54 Wissenschafter zum Zug, die bereits in einer der hoch dotierten Förderschienen erfolgreich waren. Eckert ist der einzige Österreicher unter den Ausgezeichneten. Am erfolgreichsten waren Forscher aus Großbritannien mit 13 Grants, gefolgt von den Niederlanden (8) und der Schweiz (5). Die Mittel können etwa zum Ausloten von Geschäftsideen oder zur Anmeldung von Patenten auf Basis der Forschungsarbeit eingesetzt werden, teilte der ERC am Donnerstag mit.

Jürgen Eckert (geb. 1962 in Bayreuth) ist seit 2015 Direktor des Erich-Schmid-Instituts für Materialwissenschaft der ÖAW und Professor an der Montanuniversität Leoben. Er studierte Werkstoffwissenschaft an der Universität Erlangen-Nürnberg, war Leiter der Abteilung "Metastabile und nanostrukturierte Materialien" am Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung Dresden und hatte Professuren an der Technischen Universität Darmstadt und der TU Dresden inne. Sein besonderes Forschungsinteresse gilt der Phasenbildung, also der intensiven Mischung von Materialien im Größenbereich von Mikro- bis Nanometer, und den physikalischen Eigenschaften neuer Funktions- und Strukturmaterialien, die auf metastabilen Phasen basieren.

Mit dem jüngsten Auszeichnung erhöht sich laut ÖAW die Zahl der seit 2007 an ÖAW-Forscher vergebenen Auszeichnungen auf 42 ERC-Grants und fünf "Proof of Concept"-Grants. An zehn weiteren sei die Akademie maßgeblich beteiligt gewesen.

Quelle: https://science.apa.at/site/natur_und_technik/detail?key=SCI_20190502_SCI40111351048268042