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Werkstofftechnischer LOEWE-Schwerpunkt „Safer Materials“ startete am 01.01.2015 in Kassel

Neuartige Werkstoffe bieten gegenüber herkömmlichen Materialen oftmals signifikante Vorteile, indem sie zum Beispiel leichter, härter, flexibler oder nachhaltiger sind. Mitunter ist jedoch unklar, wie schadenstolerant sie sind und wie sie sich beim Versagen verhalten, was mit erheblichen Sicherheitsrisiken im Fall von unvorhergesehenen Ereignissen verbunden sein kann. Der LOEWE-Schwerpunkt Safer Materials will Methoden und technisches Know-how schaffen, um Werkstoffe auch im Bereich ihrer Leistungsgrenzen sowie unter diversen äußeren Einflüssen sicher und zuverlässig zu machen. Im Fokus der Forschung sind dabei die ausgewählten Werkstoffklassen hochfeste Betone, Sekundäraluminium, hochfeste Stähle und biobasierte Kunststoffe. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erfassen dabei auch die bislang wenig beachteten Wechselwirkungen zwischen menschlichem Handeln im Herstellungs- und Verarbeitungsprozess und den Werkstoffeigenschaften.

Zukünftig werden diese Fragestellungen zunehmend von Bedeutung sein, da die Anzahl an Hochleistungswerkstoffen zunimmt, neue Werkstoffe und viele Einflussfaktoren durch die Globalisierung an Bedeutung gewinnen. Hier sind u. a. die Herkunft und die Art von Rohstoffen zu nennen. Demzufolge soll an der Universität Kassel eine neue, einzigartige Teildisziplin im Bereich der Werkstoffforschung entstehen, die ganzheitlich

  • Methoden und technisches Know-How schafft, damit Werkstoffe auch im Bereich ihrer Leistungsgrenzen sowie unter diversen äußeren Einflüssen sicher und zuverlässig sind,
  • Wechselwirkungen zwischen menschlichem Handeln und Werkstoffeigenschaften erfasst und
  • die zukünftige Verfügbarkeit und gesellschaftliche Akzeptanz von Werkstoffen mitberücksichtigt.

Antragsteller des Forschungsschwerpunkts sind sechs Forschergruppen der Universität Kassel aus den Bereichen metallische Werkstoffe, Kunststoffe und Beton:

  • Frau Prof. Dr. rer. nat. A. Brückner-Foit Institut für Werkstofftechnik – Qualität und Zuverlässigkeit
  • Herr Prof. Dr.-Ing. H.-P. Heim (Sprecher) und Herr Dr.-Ing. M. Feldmann Institut für Werkstofftechnik – Kunststofftechnik
  • Herr Prof. Dr. rer. nat. B. Middendorf Institut für konstruktiven Ingenieurbau – Werkstoffe des Bauwesens und Bauchemie
  • Herr Prof. Dr.-Ing. habil. A. Ricoeur Institut für Mechanik – Technische Mechanik/ Kontinuumsmechanik
  • Herr Prof. Dr.-Ing. habil. B. Scholtes Institut für Werkstofftechnik – Metallische Werkstoffe
  • Herr Prof. Dr. phil. habil. O. Sträter Institut für Arbeitswissenschaft und Prozessmanagement – Arbeits und Organisationspsychologie

Es wird außerdem eng mit weiteren Fachgebieten der Universität Kassel und zwei außeruniversitären Forschungseinrichtungen (Fraunhofer ISI in Karlsruhe und Fraunhofer IAP in Potsdam-Golm) kooperiert. Der Schwerpunkt wird vom Land Hessen (Ministerium für Wissenschaft und Kunst) mit 3,9 Mio € für 3 Jahre gefördert. Ziel ist die Etablierung des neuen Forschungsthemas in der Wissenschaft sowie in der Kooperation mit Unternehmen.

Über LOEWE:

LOEWE ist das Forschungsförderungsprogramm, mit dem das Land Hessen seit 2008 wissenschaftspolitische Impulse setzen und damit die hessische Forschungslandschaft nachhaltig stärken will. LOEWE steht für „Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“.

LOEWE fördert herausragende wissenschaftliche Verbundvorhaben, insbesondere auch eine intensive Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft. Im Zeitraum 2008 bis 2014 hat das Land Hessen rund 520 Millionen Euro für LOEWE zur Verfügung gestellt.

Kontakt:

Sprecher

Prof. Dr.-Ing- H.-P- Heim

heim@uni-kassel.de

Geschäftsführung

Dr.-Ing. Maik Feldmann

feldmann@uni-kassel.de

Institut für Werkstofftechnik, Universität Kassel
Mönchebergstraße 3
34125 Kassel