Artikel

ZAFH SPANTEC-light geht an den Start

Die Teilnehmer der Kick-off-Meetings von links nach rechts: Prof. Dr. M. Kaufeld (HS Ulm), Dr. T. Bernthaler, Prof. Dr. S. Schuhmacher, Prof. Dr. V. Knoblauch, Prof. Dr. G. Schneider, P. Sripathy, A. Häger, S. Gaugel (HS Aalen), Prof. Dr. P. Feinle, M. Grebe, J. Frey (HS Mannheim)

Leichtbaumaterialien, wie carbonfaserverstärkte Kunststoffe (CFK) haben aufgrund ihres besonderen Eigenschaftsprofils großes Potential zur Gewichts- und Energieeinsparung. Sie erfreuen sich seit Jahren stetig wachsender  Zuwachsraten und gelten als der Konstruktionswerkstoff der Zukunft schlechthin. Die spanende Bearbeitung solcher Materialien stellt eine der Schlüsseltechnologien für deren verbreiteten Einsatz dar, bringt aber aufgrund des inneren Aufbaus dieser Werkstoffe gewisse Herausforderungen mit sich. Die Zerspanungsvorgänge und der auftretende Werkzeugverschleiß, sowie die erzielbare Zerspanungsqualität und deren Auswirkungen auf die mechanischen Eigenschaften von CFK-Strukturen sind ein Feld in dem es erheblichen Nachholbedarf in der systematischen Erforschung der Wirkzusammenhänge gibt. Vor diesem Hintergrund wurde das durch das Land Baden-Württemberg geförderte Zentrum für angewandte Forschung an Fachhochschulen (ZAFH) „SPANTEC-light“ ins Leben gerufen. In dessen Forschungsverbund bündeln die Hochschulen Aalen, Ulm und Mannheim unter der Federführung der HTW Aalen ihre Kompetenzen im Bereich der Materialanalytik, der Zerspanungstechnologie und der Tribologie.

Am 06.02.2013 fand nun das offizielle Kick-off-Treffen in den Räumlichkeiten der Hochschule Aalen statt. Zu Gast waren Herr Prof. Dr. Kaufeld von der Hochschule Ulm, der das Gebiet der Zerspanung von CFK-Leichtbaumaterialien bereits seit einigen Jahren bearbeitet, sowie Herr Prof. Dr. Feinle und zwei seiner Mitarbeiter von der Hochschule Mannheim, die als Tribologieexperten die bei der CFK-Zerspanung  auftretenden Mechanismen des Werkzeugverschleißes eingehend untersuchen werden. Nach einer kurzen Vorstellung der beteiligten Personen und Institutionen wurden erste Arbeitsergebnisse präsentiert und die Fragestellungen des Projektes eingehend diskutiert. Bei einem abschließenden Laborrundgang konnten sich die Gäste ein Bild von den umfangreichen Möglichkeiten der Materialforschung an der Hochschule Aalen machen.

Am Aalener Institut für Materialforschung (IMFAA) sind bereits seit dem Wintersemester zwei Forschungsmasterstudenten und ein Doktorand auf dem Thema beschäftigt. Ab April wird das Team rund um die Professoren Schneider, Schuhmacher und Knoblauch zudem durch einen Projektmanager weiter verstärkt. Auch die Kapazitäten an den Hochschulen Ulm und Mannheim werden nun hochgefahren. In Aalen steht nun die Identifikation und eingehende Charakterisierung relevanter Materialien aus dem Luftfahrt- und Automotivebereich auf dem Programm. Eine erste Zerspanungsversuchsreihe in Zusammenarbeit mit der Firma MAPAL ist ebenfalls in Vorbereitung. In Mannheim wird zunächst das Tribosystem eingehend analysiert und auf dieser Basis Konzepte für geeignete Prüfstände ermittelt, während in Ulm die apparativen Möglichkeiten für systematische Zerspanungsversuche geschaffen werden. Erste span(n)ende Ergebnisse werden also nicht lange auf sich warten lassen.

 

Dipl.-Ing. (FH) Andreas Häger (Institut für Materialforschung)
Andreas.Haeger@htw-aalen.de
Tel. 07361/576-2176