Der Fachausschuss „Magnesium“

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Magnesium
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Das Leichtgewicht. Magnesium

Magnesiumlegierungen sind echte Leichtgewichte – und deshalb für Maschinen-, Automobil- und Flugzeugbau gleichermaßen von Interesse. Selbst Legierungen aus Aluminium, mit denen Magnesium innerhalb der Industrieproduktion in starker Konkurrenz steht, sind bis zu 30 Prozent schwerer. Und im Vergleich zu Stahl lässt sich mit Magnesium sogar bis zu 70 Prozent an Masse einsparen.

Da Energie notwendig ist, um Masse zu beschleunigen und in Bewegung zu halten, würde ein breiterer Einsatz von Magnesiumlegierungen also zu einer enormen Spriteinsparung führen – und damit zu einem weitaus geringeren CO2-Ausstoss als bei anderen Legierungen. Die dadurch gesteigerte Fahrzeugeffizienz kommt nicht zuletzt auch dem Transportwesen zugute, da sich so bei gleichem Energieverbrauch Reichweiten und Gütermengen steigern lassen.

Wissen verbessern – schon im Unterricht

Bei der Lösung von Herausforderungen rund um den Einsatz von Magnesium in der industriellen Fertigung ist Deutschland gemeinsam mit Asien Spitzenreiter. Trotzdem ist das Wissen um seine Eigenschaften und Vorteile in der Öffentlichkeit, aber auch bei Konstruktionsingenieuren oft lückenhaft. Trotz zahlreicher FuE-Maßnahmen wird dieses Unwissen nicht selten zum Problem.

Das hat damit zu tun, das sich schon der schulische Chemieunterricht im Experiment eher auf die wenig hilfreiche, aber wegen der gleißend hellen Flamme effektvoll umzusetzende Erkenntnis reduziert, dass Magnesiumbänder brennbar sind (was unter bestimmten Umständen praktisch für alle Metalle gilt). Auch in der Hochschullehre, etwa in Vorlesungen, kommt Magnesium – anders als zum Beispiel Stahl – kaum vor.

Deshalb wird die Verbreitung von korrekten Informationen zum Eigenschaftsprofil und der Verarbeitung von Magnesiumlegierungen in Deutschland einen höheren Stellenwert bekommen müssen. Hier besteht – im schulischen Umfeld angefangen, und in der Hochschullehre weitergehend – erhöhter Bildungsbedarf. An den entsprechenden Maßnahmen sollten sich Forschungseinrichtungen ebenso beteiligen wie betroffene Unternehmen und Einrichtungen wie die DGM. Dies allerdings erfordert auf jeden Fall einen erhöhten Personaleinsatz. Rein ehrenamtliche Tätigkeiten sind hier nicht ausreichend.

Wozu ein besserer Informationsfluss führen kann, haben die USA unlängst vorgemacht. Dort will die Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) Magnesium noch im Jahr 2015 in Flugzeugkabinen zulassen. So ist auch in der Luftfahrt ist in naher Zukunft weiterer Forschungsbedarf zu erwarten.