Der Fachausschuss „Materialographie“

Bauteilmetallographie
Gehört zu:
Materialographie
Arbeitskreis Mitglieder: 57

In der betrieblichen Qualitätssicherung großer Maschinenbauteile , im Kraftwerksservice, Chemieanlagenbau und vielen anderen Industriebereichen kommt ambulanten metallographischen Prüfverfahren eine wichtige Rolle zu. Allein durch diese Art der Prüfung können zerstörungsfrei, also ohne Probenentnahme, Aussagen zum Gefügezustand bzw. zu Gefügefehlern getroffen werden. Ihrer Größe wegen entziehen sich die meisten Bauteile einer direkten zerstörungsfreien mikroskopischen Untersuchung, sieht man von portablen Mikroskopen mit begrenzter Vergrößerung einmal ab. Oftmals müssen Aussagen über das Gefüge eines Bauteiles getroffen werden, ohne dabei das Bauteil modifizieren oder zerstören zu dürfen. Diese Bedingungen findet man beispielsweise bei immobilen Bauteilen des laufenden Betriebs, wie z.B. bei Rohren in Kraftwerken. Ebenso können sich Bauteile einer eingehenden Untersuchung aufgrund ihrer Größe entziehen, wie z.B. bei großen Turbinenschaufeln oder ganzen Turbinengehäusen oder auch, weil wegen der hohen Bauteilkosten eine zerstörende Probenentnahme ausgeschlossen ist. Um diese Objekte einer metallographischen Gefügeuntersuchung zugänglich zu machen, werden annähernd zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden benötigt. Für dieses Anwendungsfeld wurde die ambulante Metallographie entwickelt. Bei der ambulanten Metallographie, auch Bauteilmetallographie genannt, wird nicht die Probe zum Labormikroskop im stationären Metallographielabor transportiert, sondern es werden umgekehrt die metallographischen Untersuchungen nach der Präparation vor Ort direkt am Objekt durchgeführt. Schleifen, Polieren und Ätzen erfolgen also mit tragbaren Geräten direkt am Bauteil, die Gefügeuntersuchung mit portablen Mikroskopen oder über Abdrucktechniken.

  • Das Hauptziel des Arbeitskreises Bauteilmetallographie ist die alljährliche Durchführung der gleichnamigen Fortbildung in den Räumen der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung in Berlin. Dafür wurde im Dezember 2009 erstmalig nach fast 10-jähriger Pause das sehr erfolgreiche DGM-Seminar, das einmal im Jahr in Münster stattfand, mit ähnlichen Inhalten, aber neuen Referenten und unter neuer Leitung, wiederaufgenommen. Das bewährte Konzept, die Seminarinhalte durch verschiedene Referententeams aus unterschiedlichen Bereichen von Industrie und Forschung vermitteln zu lassen, wurde dabei weitgehend beibehalten.
  • Die Erzielung einwandfreier Prüfergebnisse in der Bauteilmetallographie setzt sowohl bei Präparation als auch Auswertung die Beherrschung spezieller Arbeits- und Verfahrenstechniken sowie Handfertigkeiten voraus, die in der gewerblichen metallographischen Berufsausbildung nur sehr bedingt vermittelt werden (können), in akademischen Ausbildungsgängen ohnehin nicht. Diese müssen also bei Bedarf ""on the job"" erlernt werden. Dafür möchte der Arbeitskreis und das Fortbildungsseminar systematische Hilfestellung anbieten.
  • Der Arbeitskreis hat außerdem das Ziel, das Netzwerken in der Fachgemeinde zu unterstützen. Die Mitglieder des Arbeitskreises kommen aus unterschiedlichen Bereichen von Industrie und Wissenschaft und verfügen wegen ihrer unterschiedlichen Spezialgebiete und Hauptarbeitsfelder über ganz unterschiedliche Erfahrungen, von denen alle Fachkolleginnen und -kollegen profitieren können.
  • Im Arbeitskreis, vor allem aber auch im Fortbildungsseminar werden als aktiv Beitragende mehr und mehr auch die Metallographieausrüster vertreten sein, so dass Teilnehmer und Interessierte professionelle Hilfestellung bei der Auswahl der geeigneten Verbrauchsmaterialien erhalten.
  • Schließlich möchte der Arbeitskreis mittels Fachdiskussionen und Erfahrungsaustausch dazu beitragen, bestehende Regelwerke mit Bezug zur Bauteilmetallographie fort zuschreiben und weiterzuentwickeln (VGB-TW 507).


B 5

Dr. Dirk Bettge
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Florian Birkeneder
TüV Rheinland Werkstoffprüfung GmbH
FA-Mitglied
Norbert Block
Block Materialprüfungsgesellschaft mbH
FA-Mitglied
Bärbel Bogel
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Stefan Bohraus
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied

C 1

FA-Mitglied

D 2

FA-Mitglied
FA-Mitglied

E 1

Andreas Eidner
TüV Rheinland Werkstoffprüfung GmbH
FA-Mitglied

F 1

FA-Mitglied

G 1

FA-Mitglied

H 4

Elke Hoffmann
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Michael Holztröger
TüV Rheinland Werkstoffprüfung GmbH
FA-Mitglied
Annika Horn
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Ru. Husemann
Hitachi Power Europe
FA-Mitglied

I 1


J 1

Gundula Jeschke
Lette-Verein Berlin
FA-Mitglied

K 4

Dr. Stefan Klein
Deutsche Gesellschaft für Materialkunde e.V.
DGM-Fachreferent
01.08.2016
Dr. Axel Kranzmann
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Christoph Kröber
Institut für Ingenieurdienstleistung, Wissenschaftsjournalismus, Schul
FA-Mitglied
FA-Mitglied

L 2

Joachim Laimmer
Open Grid Europe GmbH
FA-Mitglied
Dieter Loog
TüV Rheinland Werkstoffprüfung GmbH
FA-Mitglied

M 5

Prof. Dr. Karl Maile
Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart - MPA
FA-Mitglied
Gerd Maussner
Framatome GmbH
FA-Mitglied
Peter Mey
Siemens AG
FA-Mitglied
Dr. Barbara Meyer
Ingenieurgemeinschaft Meyer und Horn-Samodelkin GbR
FA-Mitglied
Günther Müller
Struers GmbH
FA-Mitglied

N 1

FA-Mitglied
10.04.2019

O 1

Gabriele Oder
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied

P 7

Dr. Ying Pan
Siemens AG
FA-Mitglied
Doris Patzig
Siemens AG
FA-Mitglied
Olivia Paulinus
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Marianne Peyer
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Steffi Pfeiffer
Siempelkamp Prüf- und Gutachter-Gesellschaft mbH
FA-Mitglied
Prof. Dr. Pedro D. Portella
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
Romy Puper
Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart - MPA
FA-Mitglied

R 3

FA-Mitglied
Ulrich Ritter
Sulzer Metco Europe GmbH
FA-Mitglied
FA-Mitglied

S 11

FA-Mitglied
Rudi Scheck
Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart - MPA
stellv. Leiter
10.04.2019
Sabine Schirmer
Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)
FA-Mitglied
FA-Mitglied
FA-Mitglied
FA-Mitglied
Prof. Dr. Michael Schütze
DECHEMA-Forschungsinstitut - DFI
FA-Mitglied
Peter Seliger
Siempelkamp Gießerei GmbH
FA-Mitglied
FA-Mitglied
Dr. Magdalena Speicher
Materialprüfungsanstalt Universität Stuttgart - MPA
Leiterin
10.04.2019
Dr. Wolfram Stets
IfG-Institut für Gießereitechnik gGmbH
FA-Mitglied

T 1

Dr. Andreas Thomas
Siempelkamp Prüf- und Gutachter-Gesellschaft mbH
FA-Mitglied

U 2

Ralf Uerlings
RWE Power AG
FA-Mitglied
FA-Mitglied

W 1

FA-Mitglied

Z 2

Ronald Zimmer
Framatome GmbH
FA-Mitglied

Aktuelle Termine

Keine aktuellen Termine

Vergangene Termine

Bauteilmetallographie
  • 27.11. - 29.11.2019
  • Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung | Berlin
Webseite

Gefüge und Strukturen. Materialographie

Um Werkstoffe immer besser an ihre Einsatzbedingungen anpassen und neue Anwendungen für sie erschließen zu können, müssen Methoden und Geräte kontinuierlich weiterentwickelt werden, die zur Gefüge- und Strukturuntersuchung von Materialien dienen. Diese Aufgabe erfüllt die Materialographie. Dies beinhaltet Probenpräparationsverfahren, verschiedenste mikroskopischen Methoden (einschließlich der Elektronenmikroskopie und der hoch auflösenden Röntgen-Computertomographie) sowie die Analyse, Bewertung und Dokumentation der mikroskopischen Untersuchungsergebnisse.

Im Klimaschutz, aber auch auf den Gebieten der Ressourceneffizienz und der Nachhaltigkeit leistet die Materialographie wichtige Beiträge. Nicht zuletzt dient sie dazu, durch eine Weiterentwicklung der Verständnisbasis von Materialien die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie auf den unterschiedlichsten Feldern zu sichern – und damit den Wohlstand der Gesellschaft und den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Besser berechnen lernen

Im Bereich der hochaufgelösten Rasterelektronenmikroskopie (REM) mit fokussiertem Ionenstrahl (FIB), der Atomsondentomographie und der 3D-Mikroskopie, aber auch bei der digitalen Bildanalyse sowie auf dem Gebiet der computergesteuerten Mikroskope und der Röntgenmikroskopie konnten in den letzten Jahren zahlreiche Durchbrüche erzielt werden. In den nächsten Jahren sind trotzdem noch viele Herausforderungen zu meistern. So muss die Automatisierte Multiskalen-3D-Mikroskopie für die Materialographie ebenso weiter entwickelt werden wie jene Möglichkeiten, die zur Erstellung (physikalischer) Modelle zur Beschreibung der Gefüge-Eigenschaftskorrelationen führen können: Auf diesen Gebieten gibt es noch große Potenziale für die Forschung.

Zur Weiterentwicklung der Materialographie sind in diesem Rahmen Forschungsprojekte zum Thema Methodenentwicklung für wichtige Querschnittsthemen zwingend notwendig: etwa zur Verbesserung mikroskopischer Methoden oder zur Entwicklung physikalischer Modelle, mit denen sich Eigenschaften aus der chemischen Zusammensetzung und dem Gefüge besser als bisher berechnen lassen. Auch in der Simulation der Entstehung von Gefügen sowie der Berechnung der Eigenschaften aus dem Gefüge existiert großer Forschungsbedarf. Hierzu müssen interdisziplinärer Projektteams geschaffen und vor allem auch IT-Kompetenz mit eingebunden werden.