FORTBILDUNG

Textur - Grundlagen, Analyse und Interpretation

  • 06.02. - 07.02.2017
  • Institut für Strukturphysik, Technische Universität Dresden
  • Dresden
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Textur.pdf Flyer


Beschreibung

Die meisten Materialeigenschaften, z.B. mechanische und magnetische Eigenschaften, sind anisotrop, d.h. ihre Kenngrößen hängen von der kristallographischen Richtung im Einkristall ab. Deshalb verhalten sich polykristalline Aggregate auch anisotrop, wenn die Orientierungsverteilung der Kristallite, die sog. Textur, nicht regellos ist. Die Größe der Anisotropie hängt von Typ und Stärke der Textur ab.

Polykristalline Materialien werden in technologischen Prozessen hergestellt bzw. bearbeitet, z.B. Walzen von Metallblechen. Diese Prozesse können zu einer Veränderung der Orientierungsverteilung der Kristallite führen. Deshalb ist die Bestimmung und Interpretation der Textur von fundamentaler Bedeutung für Materialwissenschaftler und Ingenieure. Für die Materialtechnologie geben Analysen der Texturänderung nach thermo-mechanischer Behandlung wertvolle Informationen über die ablaufenden Festkörperprozesse, wie Kristallisation, plastische Verformung, Rekristallisation, Kornwachstum und Phasentransfor- mationen sowie über deren Einfluss auf die Anisotropie der physikalischen Eigenschaften.

Gegenwärtig gibt es eine ganze Reihe von Techniken, um Texturen von Materialien zu analysieren. Diese umfassen die gut etablierten Methoden der Röntgen- und Neutronenbeugung, die die Bestimmung der Globaltextur ohne Bezug zum Ort individueller Körner in der Probe (Makrotextur) ermöglichen und moderne Methoden, die die Messung individueller Orientierungen (Mikrotextur) im Raster- oder Transmissionselektronenmikroskop in direktem Bezug zur Mikrostruktur erlauben. Die letzteren Methoden, insbesondere die Beugung mit rückgestreuten Elektronen im Rasterelektronenmikroskop (electron backscatter diffraction, EBSD), gestatten die automatische Orientierungsmessung gewisser Bereiche der Mikro- strukur (Orientierungskarten), die Informationen über die Korn- und Phasen- grenzen (Mesotextur) liefern.

In der Fortbildungsveranstaltung wird ein Überblick über den aktuellen Stand der Texturforschung aus wissenschaftlicher und technologischer Sicht gegeben. Die Veranstaltung wendet sich daher gleichermaßen an Wissenschaftler wie Ingenieure, die in der Forschung und Entwicklung, in der industriellen Fertigung sowie der Prozess- und Qualitätskontrolle tätig sind.

Ansprechpartner

Prof. Dr. Werner Skrotzki

Technische Universität Dresden


Dr. Talal Al-Samman

RWTH Aachen University


Prof. Dr. Heinz-Günter Brokmeier

Technische Universität Clausthal


Dr. Paul Chekhonin

Technische Universität Dresden


Dr. Volker Mohles

RWTH Aachen University


Dr. Carl-Georg Oertel

Technische Universität Dresden


Dipl.-Phys. Rolf Schaarschuch

Technische Universität Dresden



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